Chaotische Zustände vor afghanischem Konsulat in Bonn

Massenandrang beim afghanischen Generalkonsulat in Bonn Lokalzeit2go - Bonn 31.10.2019 02:43 Min. Verfügbar bis 31.10.2020 WDR Bonn

Chaotische Zustände vor afghanischem Konsulat in Bonn

Von Märte Burmeister

  • Konsulat für über 100.000 Afghanen zuständig
  • Kleines Gelände im Wohngebiet ist problematisch
  • Umzug oder zusätzliches Konsulat wären mögliche Lösungen

Maximal 300 Fälle täglich bearbeitet das afghanische Generalkonsulat in Bonn-Ückesdorf nach Angaben von Generalkonsul Niamatullah Sayer. Zuständig ist es für mehr als 100.000 Afghanen aus fünf Bundesländern. Wenn diese dringend Unterlagen benötigen, wird es schnell zu eng in Ückesdorf.

Keine Bearbeitung ohne Termin

"Viele kommen ohne Termin", sagt Sayer. Daran hätten auch deutsche Behörden eine Mitschuld findet der Generalkonsul. "Sie verlangen Dokumente von Afghanen oder Migranten innerhalb von zwei Wochen oder sogar einer Woche." Die Menschen stünden dann unter Druck. Die Folge: Sie fahren zum Konsulat nach Bonn, dürfen aber ohne Termin gar nicht rein.

Belastung für die Anwohner

Die langen Schlangen vor dem afghanischen Konsulat frustrieren auch die Anwohner. Die diplomatische Vertretung liegt in einer schmalen Straße mitten in einem Wohngebiet. Bei großem Andrang wird es hier laut, Müll bleibt liegen und weil es dort keine Toilette gibt, urinieren einige Wartende in die Gärten.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Die Stadt Bonn sucht jetzt nach Lösungen. Schon in der nächsten Ratssitzung steht das Thema auf der Tagesordung. Ein Umzug des Konsulats auf ein größeres Gelände wäre eine Möglichkeit. Das müssten aber die Staaten Deutschland und Afghanistan miteinander beraten und entscheiden. Auch die Einrichtung eines zusätzlichen Konsulats in würde zur Entlastung der Situation in Bonn-Ückesdorf beitragen.

Chaotische Zustände vor dem afghanischen Konsulat in Bonn Lokalzeit aus Bonn 15.10.2019 Verfügbar bis 15.10.2020 WDR

Stand: 31.10.2019, 10:05

Weitere Themen