Neuer Krefelder Affenpark soll größer und artgerechter werden

Stand: 03.11.2021, 14:32 Uhr

Das Projekt soll Zoo und Stadt fast 28 Millionen Euro kosten. Dafür sollen die Affen mehr Platz und viele Möglichkeiten zum Spielen bekommen.

Die Planungen des neuen "Artenschutz-Zentrums AffenPark", wie es der Zoo Krefeld getauft hat, schreiten voran. Zoo und Stadt haben am Mittwoch den Planungsstand mit konkreten Bauabschnitten vorgestellt. Das alte Affenhaus war Silvester 2019 abgebrannt, unter anderem starben damals acht Menschenaffen.

Schon Mitte 2020 war klar: In Zukunft sollen etwa 20.000 Quadratmeter der Gesamtfläche des Zoos für das Artenschutz-Zentrum zur Verfügung stehen. Das sind zwei größere Fußballfelder. Ein Fünftel dieser Fläche hat die Stadt dem Zoo geschenkt.

Bau bis 2029

Auf dem Foto ist der Plan des zukünftigen Affengeheges im Krefelder Zoo.

So soll das Affengehege im Krefelder Zoo in Zukunft aussehen.

Der Bau des neuen Affengeheges soll bis 2029 dauern und in drei Bauabschnitten laufen. Damit wollen Stadt und Zoo vermeiden, dass eine Großbaustelle entsteht.

Im ersten Bauabschnitt soll der Raum für die Gorillas erweitert werden. Auf die neue Fläche sollen zum Beispiel ein Trockengraben, Kunstfelswände, Klettergerüste und Rückzugsmöglichkeiten. Mit mehr Platz soll auch die Gruppe um Silberrücken Kidogo vergrößert werden können. Dieser Abschnitt soll schon im kommenden Jahr fertig werden.

Statt eines zentralen Tierhauses soll es in Zukunft mehrere kleinere Häuser und eine große Außenanlage geben. Geplant sind ein Schimpansen-Wald und vier Außenbereiche für die Orang-Utans.

50 Tiere bei Brand gestorben

Für die meisten Tiere kam bei dem Brand Ende 2019 jede Hilfe zu spät, mehr als 50 Tiere verendeten in den Flammen - darunter acht Menschenaffen. Ein verletzter Gorilla musste am Neujahrsmorgen von der Polizei erschossen werden. Schnell war klar, dass in der Silvesternacht eine Himmelslaterne die Ursache für den Brand gewesen war. Die drei Frauen, die die Laternen in der Nähe hatten steigen lassen, wurden zu Geldstrafen verurteilt.

Nur zwei Schimpansen, Bally und Limbo, hatten das Feuer leicht verletzt überlebt. Neben diesen Affen leben im Krefelder Zoo Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas aus Zuchtprogrammen europäischer Zoos.

Artgerechtere Haltung

Der Zoo will die Tiere jetzt mit einem neuen und größeren Affengehege artgerechter halten. "Wir halten Menschenaffen noch ganz anders, als wir es noch vor 30, 40 Jahren gesehen haben. Wir orientieren uns bei der Haltung von den Affen an den Freilandhaltungen," sagt Zoodirektor Wolfgang Dreßen.

Laut einer aktuellen Schätzung wird der Ausbau des Affengeheges fast 28 Millionen Euro kosten. Etwa 10,5 Millionen Euro soll der Zoo selbst gemeinsam mit Spendern tragen. Zwei Millionen Euro Spenden hat der Zoo nach dem Brand bekommen. Die Stadt soll mit 17,5 Millionen Euro einen größeren Anteil tragen.

Der Rat der Stadt wird am 10. November endgültig über den Neubau und die Finanzierung beraten und abstimmen.

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