Affengruppe schikaniert Neuling im Wuppertaler Zoo

Affengruppe schikaniert Neuling im Wuppertaler Zoo

  • Artgenossen greifen Neuling immer wieder an
  • Bonobo Bili wird jetzt mit Kameras überwacht
  • Morddrohungen gegen Zoodirektor

Seit Wochen verfolgen Tierschützer, was mit Bonobo-Männchen Bili im Wuppertaler Zoo passiert. Der Affe kommt aus dem Frankfurter Zoo und soll in eine neue Gruppe integriert werden. Doch in seiner neuen Heimat Wuppertal gehen immer wieder Artgenossen auf Bili los. Das ist laut Experten üblich, wenn Bonobos in eine neue Gruppe kommen.

Doch die Bilder schockieren. Seit Mittwoch (07.02.2019) kursiert im Internet ein Video. Das zeigt, wie Bonobo Bili von seinen Artgenossen in die Enge getrieben wird. Die ganze Gruppe prügelt immer wieder auf den 10-Jährigen ein und beißt mehrfach zu.

Zoo hat Überwachungskameras aufgebaut

Um das Sozialverhalten zu analysieren, hatte der Zoo bereits vergangene Woche reagiert. Es wurden Überwachungskameras aufgebaut. Rund um die Uhr wird beobachtet und protokolliert, was in dem Bonobo-Gehege passiert. Dabei entdecken die Tierpfleger immer wieder auch positive Szenen, zum Beispiel wie Bili von anderen Affen gelaust wird.

Europäische Expertengruppe untersucht Integration von Bili

Einmal die Woche untersucht eine europäische Expertengruppe, wie sich die Integration von Bili verändert hat. Wie lange es dauert, bis ein Bonobo in einer Gruppe akzeptiert ist, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Bili dauerhaft zu isolieren und zum Einzelgänger zu machen, würde laut Zoo nicht funktionieren. Ausgestoßene Bonobos könnten auch in freier Wildbahn nicht überleben, heißt es.

Einige Stunden pro Tag wird Bili laut Zoo auch von seinen Artgenossen getrennt, um ihm eine Auszeit von Teilen der Gruppe zu gewähren.

Mitarbeiter des Zoos mit Hasskommentaren angegriffen

Doch der Protest von Tierschützern ebbt nicht ab. Für das Wochenende ist eine Demonstration vor dem Wuppertaler Zoo angekündigt. Inzwischen werden Mitarbeiter des Zoos, allen voran Direktor Arne Lawrenz in einzelnen Hasskommentaren sogar persönlich angegriffen. Er erhalte Morddrohungen, weswegen die Polizei ermittle, so Lawrenz gegenüber dem WDR. Die meisten Tierschützer distanzieren sich allerdings von solchen Drohungen.                                 

Stand: 08.02.2019, 12:03