Kritik an Schießtraining der AfD-Jugend

Kritik an Schießtraining der AfD-Jugend

  • Junge Alternative lädt zum Schießtraining
  • Stimmungsmache gegen Kölner OB Reker
  • Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen

Über das erste Schießtraining berichtet der Nachwuchs auf der offiziellen Facebookseite. Dort wird ein Bezug zwischen dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und den Waffenübungen der AfD-Jugend hergestellt. Ein erstelltes Logo trägt die Aufschrift "Reker muss weg". Dazu kommen Aufnahmen von Patronenhülsen. In dem Text zu der ersten Schießübung der Jungen Alternativen heißt es, diese sei eine "Mordsgaudi" gewesen.

Aufkleber von Henriette Reker, Kölner Oberbürgermeisterin

Mit diesem Logo macht die Junge Alternative Stimmung

Den Spruch "Reker muss weg" hatte der Attentäter gerufen, der Henriette Reker im Oktober 2015 mit einem Messer niedergestochen hatte. Der Mordanschlag auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin war die Tat eines bekennenden Rechtsextremisten.

Form der Radikalisierung?

Henriette Reker, Kölner Oberbürgermeisterin

Dass die AfD-Jugend den Slogan des Reker-Attentäters auf ihrer Facebooseite verwendet und daneben Bilder und Texte über Schießtrainings mit scharfen Waffen stellt, ist für Patrick Fels von der Kölner Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus eine Form der Radikalisierung. Das Sprechen über Waffen oder Bewaffnung scheine kein Tabu mehr zu sein, sagte Fels dem WDR.

Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht einer Straftat

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sich Mitglieder der Kölner AfD-Jugendorganisation damit strafbar gemacht haben. Wie ein Polizeisprecher sagte, gibt es derzeit aber kein Ermittlungsverfahren.

Die junge Alternative wehrt sich gegen die Kritik. Bei der Schießübung sei es um den rein sportlichen Aspekt gegangen, schreibt die Organisation auf Facebook.

Die Kölner AfD äußerte sich am Freitagabend (12.10.2018) gegenüber dem WDR. Die Verwendung des Spruchs "Reker muss weg" durch den Attentäter sei ihnen nicht bekannt gewesen. Es handele sich um eine Abwandlung des "Merkel muss weg"-Spruchs. Sie wolle aber nun die Hinweise prüfen und nach Beratung im Kreisvorstand daraus Konsequenzen ziehen.

Stand: 12.10.2018, 21:30