Tiere am Altenheim in Rees-Haldern dürfen vorerst bleiben

Borstiges Schwein im Matsch

Tiere am Altenheim in Rees-Haldern dürfen vorerst bleiben

  • Altenheim hält Tiere in Außenanlage
  • Nachbar beschwert sich über Geruch der Tiere
  • Entscheidung im neuen Jahr

Schweine auf dem Gelände eines Altenheims sorgen derzeit in Rees-Haldern für großen Ärger. Die Wollschweine Liese und Lotte gehören neben Hühnern, Eseln und Alpakas zum Therapieangebot der Einrichtung St. Marien. Das Therapiekonzept steht nun allerdings auf dem Spiel.

Eine Entscheidung soll es aber erst im neuen Jahr geben, wie das Altenheim dem WDR am Freitag (22.11.2019) bestätigte. Im Januar wollen demnach der Kreis, Heimleitung und Nachbarn zusammensetzen, um nach einer Lösung zu suchen.

Anwohner fühlen sich belästigt

Hintergrund des Streits sind Beschwerden der Anwohner. Sie fühlten sich durch den Geruch der Schweine belästigt und haben den Kreis Kleve eingeschaltet – der stellte fest: Laut Landesbauordnung dürfen im Wohngebiet gar keine Nutztiere gehalten werden.

Johannes Fockenberg vor der Alpaka-Wiese

St. Marien: "Das trifft uns im Kern"

"Das trifft uns ja im Kern. Das ist eine zentrale Ausrichtung unseres Konzepts, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ich kenne keine Pflegeeinrichtung, die das so umsetzt, wie wir das tun", sagt St. Marien-Geschäftsführer Johannes Fockenberg.

Dorfbewohner sind empört

Auch unter den Dorfbewohnern regt sich massiver Widerstand gegen ein Ende der Tierhaltung. Rund 2.500 Menschen haben die Online-Petition "Rettet die Tiere vom St. Marien Altenheim Haldern" bis Donnerstag (21.11.2019) unterschrieben.

Ortsvorsteher hofft auf Kompromiss

Für Halderns Ortsvorsteher Theo Kersting wäre ein Kompromiss denkbar: "Ich könnte mir vorstellen, dass dann auf die Schweinehaltung unter Umständen verzichtet werden muss, aber den anderen Tieren dann zugestanden wird, hier auf dem Gelände weiterhin zu verbleiben."

Der Kreis Kleve wollte sich wegen des laufenden Verfahrens noch nicht zur Sache äußern. Auch der Anwohner, der sich über die Schweine beschwert hatte, hält sich inzwischen zurück. Weil er im Netz, im Dorf und auch an der Haustür angefeindet worden sei, fühle er sich bedroht. Er habe am Donnerstag (21.11.2019) Anzeige erstattet, sagte er dem WDR.

Stand: 21.11.2019, 19:57

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