Kölner Pop-Up Biergarten stoppt Radfahrer

Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass die Radfahrer am Pop-Up Biergarten am Rhein absteigen müssen

Kölner Pop-Up Biergarten stoppt Radfahrer

Von Oliver Köhler

Ein neuer Pop-Up-Biergarten am Kölner Rheinufer sorgt für Kritik und Proteste von Radfahrern. Der Biergarten engt den Fuß- und Radweg am Rheinufer ein, so dass Radfahrer absteigen müssen.

Die Stadt Köln hat ein Radfahrverbot für den Bereich des Rheinufers verhängt. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma stoppen Radfahrer vor dem Biergarten.

Eine Ausweichroute gibt es nicht. Denn ein zweiter Radweg, der an dem Biergarten vorbeiführt, ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Der Fahrradverband ADFC wirft der Stadt Köln vor, eine der wichtigsten Radrouten in Köln unterbrochen zu haben.

Infektionsgefahr an Engpass

Der Vorsitzende des ADFC in Köln, Christoph Schmidt, sagte dem WDR: "Das ist nicht nur die wichtigste Nord-Süd-Route für Berufspendler in Köln. Das ist außerdem eine bedeutende europäische Radroute, die von Tausenden Touristen genutzt wird."

Durch den Biergarten am Rheinufer werde ein Engpass geschaffen, an dem der Mindestabstand zwischen Menschen nicht eingehalten werden könne, kritisiert der ADFC.

Der Eingang zum neuen Pop-up-Biergarten am Rhein

Auch der Bezirksbürgermeister für die Kölner Innenstadt, Andreas Hupke (B'90/Grüne), übt scharfe Kritik an dem Biegarten an dieser Stelle. "Ich bin sehr für Pop-Up-Biergärten", sagt der Grüne-Politiker. "An dieser Stelle ist das aber eine absolute Fehlplanung. Nur etwa 300 Meter weiter rheinabwärts wäre Platz genug gewesen."

Keine Ausschreibung für Biergarten

"Der Biergarten hätte den Radverkehr nicht behindert und die Gäste des Biergartens hätten ein noch viel bessere Sicht auf den Rhein gehabt", erklärt Hupke. Den Bezirksbürgermeister stört auch, dass die Stadt den Biergarten ohne Ausschreibung an eine private Eventagentur vergeben hat. Bei solchen Projekten müsse es mehr Transparenz geben.

Die Stadt Köln verweist gegenüber dem WDR auf Auflagen, die der Betreiber des Biergartens erhalten habe. So soll er zm Beispiel dafür sorgen, dass ein sechs Meter breiter Streifen frei bleibt. Es dürfe also zu keinen Einschränkungen durch den neuen Biergarten kommen.

Stand: 17.08.2020, 19:21