Klage wegen Staubbelastung in Seniorenwohnungen

Ärger um Seniorenwohnungen in Remscheid Lokalzeit2go - Bergisches Land 11.01.2019 03:24 Min. Verfügbar bis 11.01.2020 WDR Wuppertal

Klage wegen Staubbelastung in Seniorenwohnungen

  • Mieter klagen über Staubbelastung
  • Gutachter vermutet den Grund in der Bausubstanz
  • Beschwerden über Seniorenwohnungen privater Investoren häufen sich

Eine weiße Staubschicht in sämtlichen Räumen und das alle paar Tage. Nach ihrem Einzug vor zwei Jahren vermuteten die Mieter noch, es handle sich um Baustaub. Als sich der Zustand nicht besserte, beauftragte eine Mieterin den Wuppertaler Baubiologen Joachim Gerstenbach.

Die Ursache liegt unter dem Fußboden

Eine private Seniorenwohnanlage in Remscheid.

Diese Seniorenwohnanlage ist massiv mit Staub belastet.

"Ich vermute aufgrund von mehreren Untersuchungen, die ich hier durchgeführt habe, dass es von unter dem Fußboden herkommt", sagte Gerstenbach im WDR-Interview. Seiner Ansicht nach müsse der Bodenbelag entfernt werden, um die Ursache zu bekämpfen.

Doch der Investor und Vermieter des Objekts wiegelt ab. Auf WDR-Anfrage sprach er von einem Gegengutachten und davon, dass die Mieter "den Schmutz wohl selbst ins Haus tragen" würden.

Beschwerden über private Investoren sind kein Einzelfall

Bei Ralf Krüger, dem Seniorenbeauftragten der Stadt Remscheid, häufen sich Beschwerden über Seniorenwohnungen, die von privaten Investoren gebaut wurden. "Das ist eine Art des Wohnens, die hoch subventioniert ist durch öffentliche Mittel. Wenn Sie in eine solche Immobilie investieren, haben Sie hohe Renditen. Und jeder Euro, den Sie ausgeben, um Mängel abzustellen, schmälert Ihre Rendite wieder", so Krüger.

Erst im Oktober waren Klagen aus einer Seniorenwohnanlage eines anderen privaten Investors in Lüttringhausen laut geworden. Dort beschwerten sich die Senioren über Baumängel und einen Heizungsdefekt.

Qualitätssiegel können bei der Entscheidung helfen

Zwar wurden beide Bauprojekte öffentlich gefördert, Möglichkeiten zum Eingreifen gebe es aber kaum, da es sich um ganz normale Wohnungen handle, so der Seniorenbeauftragte. Und die Wohnungsaufsicht könne Wohnungen allenfalls für unbewohnbar erklären.

Bei der Suche nach altersgerechtem Wohnraum empfiehlt Krüger, zum Beispiel auf Qualitätssiegel zu achten.

Stand: 11.01.2019, 13:47