Ärger um "Fridays for Future" in Solingen

Schüler der Stadt Solingen demonstrieren für eine Verbesserung unseres Klimas

Ärger um "Fridays for Future" in Solingen

Von Rita Jäger

  • 750 Schüler demonstrieren fürs Klima
  • Politiker mischen sich ein
  • Schulleiter verbietet Teilnahme

Etwa 750 Schüler haben nach Polizeiangaben am Freitag (08.03.2019) in Solingen für mehr Klimaschutz demonstriert. Organisiert hat die "Fridays for Future"-Aktion der Solinger Jugendstadtrat - und das zum ersten Mal. Das sorgte schon im Vorfeld für Streit in der Stadt.

Stadt und Politik fördern Proteste

Die Schuldezernentin, Politiker etlicher Parteien und sogar der Oberbürgermeister freuen sich über die Proteste. Sehr zum Ärger der Solinger FDP-Politiker.

Schüler der Stadt Solingen demonstrieren für eine Verbesserung unseres Klimas

Diese werfen der Dezernentin vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten und gegen eine Verfügung der Schulministerin zu verstoßen. Nein - kontert hingegen die Dezernentin. Auch diese Verfügung sehe vor, dass Beurlaubungen möglich sind, wenn die Eltern sie unterschreiben.

Schulleiter lehnt Beurlaubungen ab

Die meisten der Solinger Schulen akzeptieren die Beurlaubungsschreiben. Der Schulleiter des Solinger Gymnasiums Schwertstraße lehnt sie jedoch ab.

Schülersprecher positioniert sich

Die Ablehnung der Beurlaubungsschreiben des Schulleiters habe jedoch dazu geführt, dass fast 200 Schüler aus der Schule dabei seien, sagt Robin Bischoff.

Schüler demonstrieren für eine Verbesserung unseres Klimas

Schülersprecher Robin Bischoff

Er ist Schülersprecher am Gymnasium Schwertstraße und hat eine klare Meinung zu den Klima-Protesten: "Wenn wir jetzt nicht anfangen, etwas gegen diese dämliche Klima-Politik zu tun, ist es zu spät. Wir können etwas bewirken, das sehen wir in den Nachrichten. Und unser einziges Druckmittel ist, das wir während der Unterrichtszeit demonstrieren. Sonst würde uns niemand zuhören."

Jugendstadtrat kämpft für Schüler

Schüler demonstrieren für eine Verbesserung unseres Klimas

Pauline Jung vom Jugendstadtrat

Der Jugendstadtrat will gemeinsam mit den Schülern des Gymnasiums Schwertstraße gegen mögliche Strafen vorgehen. "Das Recht ist auf unserer Seite und es ist unsere Zukunft", sagt die Jugendvertreterin Pauline Jung.

Nachtrag (11.03., 13:45 Uhr): In einer früheren Version schrieben wir, dass der Schulleiter des Solinger Gymnasiums Schwertstraße seinen Schülern die Teilnahme an der Demonstration verboten hat und auch Repressalien angekündigt hat. Das war inhaltlich falsch. Wir haben den Text deshalb entsprechend korrigiert und stellen richtig, dass der Schulleiter "zwar die Anträge auf schulische Freistellung für die Teilnahme an der Demonstration abgelehnt" hat, aber Repressalien "weder angekündigt, vollzogen oder geplant" hat. Das hat er uns in einer Mail mitgeteilt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Stand: 08.03.2019, 17:03