Hafturteil in Bonn: Falscher Pfleger zockte 1,8 Millionen Euro ab

Der Angeklagte falsche Pfleger versteckt sein Gesicht hinter eine Kappe.

Hafturteil in Bonn: Falscher Pfleger zockte 1,8 Millionen Euro ab

Von Ulrike Schödel

  • Drei Jahre und acht Monate Haft für falschen Pfleger
  • Pflegeleistungen unrechtmäßig bei Krankenversicherung abgerechnet
  • Angeklagter arbeitete auch in Norddeutschland mit falscher Identität

Das Bonner Landgericht hat am Freitag (13.12.2019) den ehemaligen Inhaber eines ambulanten Pflegedienstes mit Sitz in Hennef wegen gewerbsmäßigen Betruges in 89 Fällen und Urkundenfälschung zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte - unter falschen Voraussetzungen - in den Jahren 2015 bis 2017 einen Intensivpflegedienst gegründet und mit 78 Mitarbeitern geführt.

1,8 Millionen Euro unrechtmäßig kassiert

Mit Hilfe einer gefälschter Urkunde hatte er vorgegeben, eine Ausbildung zum qualifizierten Krankenpfleger gemacht zu haben. Mit dem Dokument hatte er sich die Zulassung zur häuslichen Intensivpflege erschlichen und konnte die erbrachten Pflegeleistungen bei den Krankenversicherungen abrechnen. Hierdurch hatte er über 1,8 Millionen Euro zu Unrecht kassiert.

Angeklagter seit Juli 2019 in Haft

Im Sommer 2017 war der Fall des falschen Pflegers im Rheinland aufgeflogen. Der Inhaber und Geschäftsführer der Gesellschaft kam in Untersuchungshaft. Kaum war er wieder auf freiem Fuß, soll der Angeklagte nach Norddeutschland gezogen sein und dort mit falscher Identität weitergemacht haben. Seit Juli 2019 sitzt er erneut in Haft.

Umfassendes Geständnis vom Angeklagten

Der Angeklagte hatte im Prozess ein umfassendes Geständnis abgelegt, damit wurde dem Gericht eine aufwändige Beweisaufnahme erspart. Der Haftbefehl jedoch wurde nicht aufgehoben. Zum einen bestünde Fluchtgefahr für den Angeklagten, auch habe er skrupellos eine Haftverschonung ausgenutzt, um weitere Straftaten zu begehen. In weiteren Betrugsfällen ermittelt die Staatsanwaltschaft in Lübeck.

Stand: 13.12.2019, 14:22

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