RWTH Aachen: Aale in unseren Flüssen durch Schwermetalle gefährdet

Fabian Kiesling, RWTH Aachen, Institut für Molekulare Bildgebung

RWTH Aachen: Aale in unseren Flüssen durch Schwermetalle gefährdet

  • Aale durch Schwermetalle belastet
  • Fortpflanzung gefährdet
  • Forschungen an der RWTH Aachen

Die Aale in unseren Flüssen sind durch Schwermetalle stark gefährdet. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, an der Forscher der RWTH Aachen beteiligt sind. Schuld ist die hohe Konzentration von Schwermetallen, die aus industriellen Abfällen stammt.

Schwermetalle in Flüssen aufgenommen

Europäischer Aal

Umweltschützer weisen schon seit Jahren darauf hin, dass Europäische Aale vor allem aus industriell genutzten Flüssen hohe Schadstoffgehalte aufweisen. „Schwermetalle und einige andere Schadstoffe setzen sich in Fluss-Sedimenten ab, in deren Nähe wiederum Aale bevorzugt leben und belastete Nahrung aufnehmen“, so die Studie. Im Gegensatz zu anderen Fischarten reproduzieren sich Aale nur einmal im Leben, bis dahin vergeht über ein Jahrzehnt. Während dieser Zeit fressen und wachsen die Aale und speichern dabei laufend Schadstoffe in ihren Körpern.

Laichplätze im westlichen Atlantik

Gerade ihre ungewöhnliche Art sich fortzupflanzen sorgt dafür, dass das Überleben der Aale stark gefährdet ist. Denn für ihre Fortpflanzung schwimmen die Aale bis zu 6.000 Kilometer weit – bis zur Sargassosee im westlichen Atlantik. Während der langen Reise bauen sie Knochengewebe ab, so dass eingelagerte Schwermetalle freiwerden. Die Weibchen der Europäischen Aale geben diese potentiell giftigen Schwermetalle an ihre Eier ab. Das gefährdet deren Gesundheit und damit den weiteren Bestand der Art.

Umfangreiche Maßnahmen gefordert

Die Forscher fordern jetzt, dass Einsickern von Schadstoffen in unsere Flüsse deutlich zu reduzieren. Vor allem sei es wichtig, weniger Schwermetalle in der chemischen Industrie einzusetzen und industrielle Abfälle besser zu filtern.       

Stand: 14.05.2019, 15:56