Verwaltungsgericht: Kein Porno-Dreh in Sex-Kino 

Eingang eines Sex-Kinos

Verwaltungsgericht: Kein Porno-Dreh in Sex-Kino 

• Pornofilmer klagt gegen Drehverbot
• Stadt Aachen sieht in Produktion eine Prostitutionsveranstaltung 
• Verwaltungsgericht stimmt dem Verbot zu

Ein pikanter Fall wurde am Dienstag (21.01.2020) vor dem Aachener Verwaltungsgericht verhandelt. Es ging um einen geplanten Porno-Dreh, der vor zwei Jahren von der Stadt Aachen verboten wurde.

Die Stadt wertete das Projekt als Prostitutionsveranstaltung, die extra zu genehmigen sei. Die Richter sahen das auch so und wiesen die Klage des Filmproduzenten ab.

Laiendarsteller sollten 60 Euro zahlen

Gedreht werden sollte in geschlossener Gesellschaft, erlaubt sei alles. Für das als „Sex-Party“ angekündigte Event sollten die Teilnehmer, allesamt Laiendarsteller, 60 Euro zahlen - unter anderem für Verpflegung, Hygieneartikel und Kinoeintritt.

Einen Tag vor dem geplanten Event kam das Aus. Die Stadt Aachen verbot die Veranstaltung, es handele sich um eine Prostitutionsveranstaltung, die extra genehmigt werden müsste. Dagegen zog der Film-Produzent vor Gericht. Sein Projekt sei keine Prostitutionsveranstaltung. Die Darsteller hätten den fertigen Pornofilm ja später selbst vermarkten dürfen. Das sollte ihre Gage sein, erklärte er.

Verbot rechtens

Die Richter bestätigten das Verbot. Für sie waren letztlich die 60 Euro, die jeder für die Teilnahme zahlen sollte, entscheidend. Er könne doch seine Veranstaltung gleich als Prostitutionsveranstaltung anmelden, rieten die Richter dem Produzenten. Das gehe gar nicht, sagte er. Dann würde keine Frau mehr bei ihm mitmachen, es gebe schließlich einen großen Unterschied zwischen einer Porno-Darstellerin und einer Prostituierten.

Stand: 21.01.2020, 15:32

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