Vor 2000 Jahren reichte das Wasser bis zum Aachener Dom

Alte Stadmauerüberreste von Aachen hinter Glasscheibe.

Vor 2000 Jahren reichte das Wasser bis zum Aachener Dom

  • Wissenschaftler zeigt Aachens Bodenzeugnisse vor 2000 Jahren
  • Friesendamm im Mittelalter kleiner als angenommen
  • Früher gab es mehr Bäche in Aachen

In einer wissenschaftlichen Arbeit hat Bernhard Pröschel von der RWTH die Flüsse und das Bodenrelief der letzten 2000 Jahre nachgezeichnet. Demnach war auch der berüchtigte Friesendamm kleiner als angenommen. All diese Ergebnisse hat der Wissenschaftler in einer Anfang Januar 2020 veröffentlichten Doktorarbeit zusammengetragen.

Friesendrohung: Wir überschwemmen die Stadt

Doch das ändere nichts an seiner Bedeutung und Wirkung, sagt Bernhard Pröschel. Im Jahr 1248 wollten die Friesen Aachen erobern. Sie scheiterten an der Stadtmauer, der Barbarossamauer.

Das Wasser reichte bis in die historischen Stadtkern

Altertümliche Karte von Aachen

Daher griffen sie zu einem Trick. Sie stauten die Aachener Bäche. Das Wasser stieg immer weiter an, bis es sogar den heutigen Katschhof, den Platz zwischen Dom und Rathaus, erreichte. Die Aachener ergaben sich. Die Friesen gewannen.

Zweite Stadtmauer gegen nasse Überraschungen

Nur ein paar Jahre, nachdem Wilhelm von Holland Aachen eingenommen hatte, baute die Stadt einen zweiten Mauerring, damit das Anstauen der Bäche nicht wieder in so einer Katastrophe endet. Immer wieder zweifelten Wissenschaftler an dieser Geschichte. Der Damm hätte zu groß, zu arbeitsaufwändig sein müssen.

Holländer schon immer Wasserspezialisten

Bernhard Pröschel hat nun festgestellt, dass der Damm lange nicht so groß und arbeitsaufwändig gewesen war, wie bisher angenommen. Trotzdem muss Wilhelm von Holland mehrere tausend Arbeiter beschäftigt haben. Zudem geht Pröschel davon aus, dass es in früheren Zeiten nicht nur den Paubach und den Johannisbach in Aachen gab, sondern auch vom Lousberg und vom Markthügel Bäche in Richtung Wurmtal flossen.

Stand: 14.01.2020, 14:49