Antisemitismus-Vorwurf: Aachener Friedenspreis doch nicht an Kotsaba

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Antisemitismus-Vorwurf: Aachener Friedenspreis doch nicht an Kotsaba

  • Vereinsvorstand ändert Entscheidung über Preisvergabe
  • Mitgliederversammlung muss noch zustimmen
  • Video von 2011 mit antisemitischen Äußerungen Kotsabas

Der Vorstand des Vereins Aachener Friedenspreis hat am Freitag (10.05.2019) entschieden, die diesjährige Auszeichnung nicht an den 52 Jahre alten ukrainischen Journalisten und Blogger Ruslan Kotsaba zu verleihen. Er war wegen antisemitischer Äußerungen in die Kritik geraten.

Hintergrund ist ein Video aus dem Jahr 2011, das im Netz kursiert. Kotsaba, so der Verein Aachener Friedenspreis, macht darin die Juden mitverantwortlich für Nationalsozialismus und Kommunismus. Sie hätten letztlich ihre tausendfache Tötung wohl als Strafe dafür gesehen. Ein Vereinssprecher sagte nun, auch wenn sich Kotsaba inzwischen von seinen alten Aussagen distanziert habe, wolle man nur "eindeutig preiswürdige" Menschen auszeichnen.

Kehrtwende nach Antisemitismus-Vorwurf

Der Sprecher nannte Kotsabas Äußerungen aus dem Video völlig inakzeptabel; sie seien dem Verein zuvor nicht bekannt gewesen. Auch als die Mitgliederversammlung sich am 03.05.2019 für den ukrainischen Pazifisten als Preisträger ausgesprochen habe, sei das vor Bekanntwerden der Antisemitismus-Vorwürfe gewesen.

Formaler Beschluss steht noch aus

Der Vereinsvorstand wies in einer Erklärung am Freitag darauf hin, dass die Vereinssatzung nicht vorsieht, dass der Vorstand eine Entscheidung der Mitgliederversammlung außer Kraft setzt. Daher werde die Versammlung für den 14.06.2019 einberufen, um den Vorstandsbeschluss von den Mitgliedern noch bestätigen zu lassen. Falls das nicht geschehe, so der Vereinssprecher, werde der Vorstand zurücktreten.

Stand: 10.05.2019, 14:50

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