Aachener Friedenspreis geht in die Ukraine und in die Eifel

Büchel-Initiative gegen Atomkraft und Preisträger des Aachener Friedenspreises

Aachener Friedenspreis geht in die Ukraine und in die Eifel

  • Journalist und Initiativen gegen Atomwaffen werden ausgezeichnet
  • Aktionen gegen Atombomben im Fliegerhorst Büchel/Eifel
  • Engagement für Frieden im Osten der Ukraine

Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an den ukrainischen Journalisten Ruslan Kotsaba und zwei Initiativen gegen Atomwaffen: den "Initiativkreis gegen Atomwaffen" und die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt!". Das wurde am Mittwoch (08.05.2019) bekannt. Sie setzen sich seit vielen Jahren für den Abzug von US-amerikanischen Atombomben auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel ein, lautet die Begründung.

Atomare Gefahr soll in Bunkern lauern

Auf dem Stützpunkt der deutschen Luftwaffe im Eifelort Büchel sollen in unterirdischen Bunkern etwa 20 Atombomben der Amerikaner lagern – jede von ihnen mit einer Sprengkraft viermal so groß wie die der Hiroshima-Bombe. Mit Demonstrationen, Blockaden und anderen Aktionen machen die beiden Initiativen gegen Atomwaffen seit vielen Jahren auf die nukleare Bedrohung aufmerksam.

Mit der Auszeichnung will der Verein "Aachener Friedenspreis" für noch mehr öffentliches Interesse sorgen. Das Thema sei mit der Aufkündigung des Vertrags zur atomaren Abrüstung zwischen den USA und Russland drängender denn je. Der Verein befürchtet wie viele andere ein neues Wettrüsten und möglicherweise neue Nuklearwaffen in Deutschland.

Mutiger Einsatz für Frieden

Der 52 Jahre alte Journalist Ruslan Kotsaba wird für seine Friedensbemühungen im Osten der Ukraine ausgezeichnet. Der Aachener Friedensverein sagt: "Kotsaba hat den Mut, als Einzelner gegen den Krieg und für friedliche Lösungen einzutreten." Seit nunmehr fünf Jahren herrsche in der Ostukraine Krieg. Kotsaba spreche von einer humanitären Katastrophe. Der Wiederaufbau werde Jahrzehnte dauern.

Preis ist mit je 2.000 Euro dotiert

Der Aachener Friedenspreis wird traditionell am 1. September, dem internationalen Anti-Kriegstag, verliehen. Ausgezeichnet werden seit 1988 Personen oder Initiativen, die sich in ihrem Umfeld für Frieden und Dialog einsetzen. Der Preis wird von rund 50 politischen, gewerkschaftlichen, kirchlichen und anderen gesellschaftlichen Gruppen sowie 350 Einzelpersonen getragen.

Stand: 08.05.2019, 13:02