Internationale Tagung zu Wanderarbeit in Herzogenrath

Internationale Tagung zu Wanderarbeit in Herzogenrath

  • Wanderarbeit in Europa nimmt weiter zu
  • Rund um die Uhr-Pflege für nur 1.000 Euro
  • Hilfen für Frauen, die illegal in der Pflege arbeiten

Der Anteil so genannter Wanderarbeiter in Europa nimmt weiter zu, sagen Fachleute von Kirchen und Gewerkschaften. Sie befassen sich heute (13.03.2019) im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath mit der Herausforderung, menschenwürdige Bedingungen für diese Wanderarbeiter zu schaffen.

Sie arbeiten in der Fleischindustrie, in der Landwirtschaft oder in der Pflege. Inzwischen seien es nicht nur Polen, Rumänen und Bulgaren. Auch aus der Ukraine und aus Moldawien kommen immer mehr Menschen nach Westeuropa, um hier besser bezahlte Arbeit zu finden als in ihren Heimatländern.

Problemfeld private Pflege

Wanderarbeit ist in NRW ganz aktuell. Denn weil allein in der Pflege offiziell schon mehr als 4.000 Vollzeitkräfte fehlen, werden die Lücken gern durch Kräfte aus Polen, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine geschlossen. Die arbeiten dann fast rund um die Uhr von montags bis sonntags für gut 1.000 Euro im Monat. Sie haben keine Krankenversicherung und leben isoliert in den Familien, in denen sie Angehörige pflegen.

Moderne „Sklaverei“

Kirchliche Selbsthilfegruppen sprechen von moderner Sklaverei und versuchen, die Situation der Betroffenen zu verbessern. Die bieten Beratung und Hilfen an. Und sie fordern die Politik auf, diese Menschen aus der Illegalität zu holen, denn viele Pflegekräfte arbeiten schwarz.

Stand: 13.03.2019, 15:26