Nach Tod in Polizeigewahrsam: Keine Ermittlungen gegen Beamte

Keine Ermittlungen gegen Polizisten Lokalzeit Bergisches Land 13.01.2022 25:18 Min. Verfügbar bis 13.01.2023 WDR Von Wolfram Lumpe

Nach Tod in Polizeigewahrsam: Keine Ermittlungen gegen Beamte

Nachdem Anfang November ein 25-jähriger Grieche in Gewahrsam der Wuppertaler Polizei verstorben war, wird es keine Ermittlungen gegen die Polizisten geben. Nach der Obduktion sei Gewaltausübung der eingesetzten Beamten als Todesursache ausgeschlossen, so die Staatsanwaltschaft.

Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft wird kein Ermittlungsverfahren gegen die Polizsten und Polizistinnen einleiten, die bei der Festnahme des 25-Jährigen im Einsatz waren. Das hat die Behörde heute mitgeteilt. Die Schwester des Verstorbenen hatte Anzeige gegen die Beamten erstattet. Der Vorwurf: Gewalt bei der Festnahme ihres Bruders habe zu dessen späterem Tod auf der Polizeiwache geführt.

Portrait Oberstaatsanwalt Wolf Tilman Baumert

Oberstaatsanwalt Wolf Tilman Baumert

Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert dazu gegenüber dem WDR: "Das lässt sich nicht bestätigen. Wir hatten vielmehr die Aussage des Taxifahrers, der die Polizisten ja gerufen hatte, der ausgesagt hat, dass es gerade nicht zu einer übermäßigen Gewaltausübung gekommen ist." Auch das Obduktionsergebnis bescheinige, dass eine gewaltsame Todesursache nicht festzustellen sei. Die Staatsanwaltschaft vermutet weiterhin Drogen in Kombination mit einem Herzfehler als Todesursache. Allerdings stehe die genaue Todesursache weiter nicht eindeutig fest.

Staatsanwaltschaft Wuppertal vermutet Drogen und Herzfehler als Todesursache

Der 25-Jährige Grieche hatte einen Mix aus Amphetaminen, Kokain und Cannabis im Blut. Das hatten sowohl das toxikologische Gutachten als auch die Obduktion ergeben.

Schon nach einem ersten Gutachten war das laut Staatsanwaltschaft ein klares Indiz, dass die gefährlichen Substanzen zusammen mit einer Vorerkrankung auch für den Tod des Mannes verantwortlich sind. "Der junge Mann hatte nach dem Obduktionsbericht einen Herzfehler, ein krankhaft vergrößertes Herz", so Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert Anfang Dezember. Der Mix aus drei unterschiedlichen Drogen erkläre auch das aggressive Verhalten des Mannes gegenüber seiner Schwester, dem Taxifahrer und den Polizeibeamten.

25-Jähriger verstirbt in Polizeigewahrsam

Nach dem Besuch einer Diskothek in Wuppertal gemeinsam mit seiner Schwester war er in der Nacht auf den 1.November vergangenes Jahr gemeinsam mit ihr in ein Taxi gestiegen. Dort soll sich der 25-Jährige so auffällig verhalten haben, dass der Taxifahrer sein Notsignal aktivierte und einen Streifenwagen alarmierte. Beim Eintreffen der Beamten habe er sich bereits in einer körperlichen Auseinandersetzung mit seiner Schwester befunden, so die Staatsanwaltschaft.

Er soll sich daraufhin gegen eine Beamtin gewandt und sie angegriffen haben. Auch auf der Wache sei er weiter aggressiv gewesen. Wegen Verdachts auf Drogen entnahm ihm ein Arzt eine Blutprobe. Dabei soll der Mann das Bewusstsein verloren haben. Der anwesende Arzt sowie ein Notarzt sollen versucht haben, den Mann zu reanimieren - ohne Erfolg.

Stand: 13.01.2022, 14:21

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