SPD-Bundesparteitag: NRW siegt

SPD-Bundesparteitag: NRW siegt

Von Wolfgang Otto

  • NRW-SPD Partei- und Fraktionsführung im Bund stark vertreten
  • Fraktionschef Kutschaty sieht "großen Erfolg"
  • Ex-Landeschef Michael Groschek grollt

"Wir sind so stark wie nie auf dem Platz", sagt der SPD-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann. Vor eineinhalb Jahren hatte Hartmann den Chefposten in der nach einer verheerenden Landtagswahl am Boden liegenden Landes-SPD übernommen. Wenn ihm damals jemand vorher gesagt hätte, so Hartmann heute, dass die NRW-SPD jetzt mit Norbert Walter-Borjans einen Vorsitzenden und mit Rolf Mützenich den Fraktionschef im Bund stellen würde, dann hätte er das für unmöglich gehalten.

Nominierung kam vom Landesverband

Dass es so kam, dafür haben die Genossen an Rhein und Ruhr einiges getan. Das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken wurde vom NRW-Landesverband für das Kandidaten-Rennen nominiert – und als Gegenangebot zu Olaf Scholz und Klara Geywitz aufgebaut und unterstützt. "Wir freuen uns riesig", sagt der SPD-Fraktionschef im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty: "Es ist ein großer Erfolg für die NRW-SPD, dass unser Team das Rennen gemacht hat."

Kritik an SPD-Kurs: "Schwarze Null ist sinnvoll"

WDR 5 Morgenecho - Interview 07.12.2019 05:51 Min. Verfügbar bis 06.12.2020 WDR 5

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Konflikte wurden befriedet - erstmal

Die Zusammenarbeit mit der Union im Bund sei immer noch eine "ziemliche Quälerei", sagt die Duisburger Landtagsabgeordnete und Fraktions-Geschäftsführerin Sarah Philipp. Aber ihr sei in den letzten Tagen klar geworden, dass die SPD jetzt nicht Hals über Kopf raus aus der GroKo flüchten könne. Die GroKo-Gegner wollen sich auf die neue Marschroute einlassen: Die Messlatte für die Zusammenarbeit mit der Union hochsetzen, dann reden und sehen, was mit CDU und CSU noch machbar ist. "Spätestens im Frühjahr müssen wir entscheiden, ob es weiter geht mit der GroKo oder nicht", meint Fraktionschef Thomas Kutschaty.

Groschek grollt

Allerdings: Auch in NRW gibt es Gegner des neuen Linkskurses der Partei. Einer ihrer Anführer ist der ehemalige Chef der Landes-SPD, Michael Groschek (62). Er ätzt: Der auf dem Parteitag verabschiedete Leitantrag sei "nach allen Seiten offen" formuliert worden. Die SPD könne sich aber nicht auf Dauer davor drücken, inhaltliche Klarheit zu schaffen. Die GroKo-Gegner hätten jetzt ein Problem zu begründen, warum sie "über Nacht" ihre Einstellung geändert haben.

Stand: 07.12.2019, 12:03