Prozess nach Unfall mit Straßenbahn: Fahrer war betrunken  

Zusammenstoß von zwei KVB Bahnen

Prozess nach Unfall mit Straßenbahn: Fahrer war betrunken  

  • Prozess wird ausgesetzt
  • Fahrer wurde von KVB entlassen
  • KVB erhöhen Standards gegen Alkoholmissbrauch

Ein ehemaliger Straßenbahnfahrer der Kölner Verkehrsbetriebe muss sich von Donnerstag (05.09.2019) an vor dem Amtsgericht verantworten. Der Mann soll im März vergangenen Jahres stark angetrunken einen Unfall am Steuer einer Straßenbahn verursacht haben.

Prozess wird ausgesetzt

Der Prozess wurde allerdings kurz nach Beginn ausgesetzt. Laut Gericht müssten weitere Beweise erhoben werden. Es werde nun geprüft, ob die Ehefrau des Angeklagte am Unfalltag tatsächlich bei der KVB angerufen und Verantwortliche von einem Rückfall ihres alkoholkranken Mannes berichtet habe. Der Prozess soll erst im kommenden Jahr neu starten.

Vierzig Fahrgäste wurden verletzt

Zu den Vorfällen: In den Abendstunden des 15. März 2018 war eine Bahn der Linie 18 auf dem Weg in die Innenstadt. Kurz vor der Haltestelle Eifelwall fährt der Zug auf eine stehende Bahn auf. Das Sicherheitsglas des Führerhauses zersplittert, die Karossiere beider Bahnen wird eingedrückt. Etwa vierzig Fahrgäste, verteilt auf die beiden Bahnen, werden verletzt – es folgt ein Großeinsatz der Feuerwehr. Die Polizei stellt schnell fest, dass der Fahrer der Unfall-Bahn Alkohol getrunken hat.

Blutentnahme für den Fahrer – Ergebnis 2,43 Promille Alkohol

Land- und Amtsgericht in Köln

Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Köln

Die Staatsanwaltschaft sagt, dass er 2,43 Promille Alkohol im Blut hatte. Möglicherweise ist der Mann aufgrund seiner Alkoholkrankheit vermindert schuldfähig. Der Prozess ist auf insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Dem Mann hatte die KVB nach dem Unfall gekündigt.

 Kölner Verkehrs-Betriebe reagieren mit strengeren Standards

Nach dem Unfall setzten die KVB ihre Standards gegen Alkohol am Steuer noch einmal nach oben. Nach aktuellen Angaben sind alle Fahrerinnen und Fahrer aufgerufen, bei Übergaben der Fahrzeuge sofort zu melden, wenn sie Hinweise auf Alkoholkonsum vorherigen Fahrers feststellen.

Stand: 05.09.2019, 14:21