Klimaaktivisten besetzen Braunkohlentagebau Garzweiler II

Garzweiler II-Besetzung

Klimaaktivisten besetzen Braunkohlentagebau Garzweiler II

Von Thomas Wenkert

Mehr als 50 Klimaaktivisten sind am Sonntag in den Braunkohlentagebau Garzweiler II bei Erkelenz eingedrungen. Die Polizei löste die Proteste des Orchesters "Lebenslaute" auf.

Die Aktivisten waren mit ihren Instrumenten in den Tagebau geklettert und gaben dort im Schatten der Braunkohlebagger ein Klassikkonzert. Nach Aussage des RWE-Konzerns wurde ein Mitarbeiter des Werkschutzes bei der Aktion verletzt. Er musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. "Wir sind erschüttert über diesen Vorgang", sagte ein Konzernsprecher. Der RWE-Konzern stellte Strafanzeige.

 Proteste auch außerhalb des Tagebaus

 Mehrere hundert Menschen nahmen außerhalb des Braunkohlentagebaus an einem Protest-Spaziergang teil – durch die sechs von Garzweiler II bedrohten Erkelenzer Ortschaften. Sie fordern den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030. Für den Herbst hat die Anti-Kohle-Bewegung Widerstand angekündigt. Dann will RWE weitere Häuser in dem kleinen Erkelenzer Ort Lützerath abreißen. Dort leben noch Menschen, die ihre Heimat nicht verlassen wollen. "Wenn die Bagger anrücken, sind wir schon da. Wir werden Lützerath unräumbar machen", erklärte eine Sprecherin der Initiative "Lützerath bleibt". 

Zahlreiche Baumhäuser werden gebaut

Man habe schon die Rodung des Hambacher Forstes verhindert, man werde auch den Abriss von Lützerath verhindern, hieß es weiter. In dem Ort wurden mittlerweile zahlreiche Baumhäuser gebaut. Außerdem gibt es bereits mehrere Camps. "Wir haben heute in Lützerath den widerständigen Herbst eingeläutet", sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses "Ende Gelände".

Stand: 15.08.2021, 17:43