Neues Klimacamp spaltet Kerpen

Feld für das "Camp for Future"

Neues Klimacamp spaltet Kerpen

Von Stephan Pesch

  • "Camp for Future" des BUND im August
  • Bürgerinitiative ist dagegen
  • Demonstration für mehr "Ruhe" am Tagebau

Das in Kerpen geplante "Camp for Future" des Naturschutzverbandes BUND sorgt in der Stadt für heftigen Streit. Die nordrhein-westfälische Jugendorganisation des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland will Anfang August zehn Tage lang gegen den Tagebau Hambach und für mehr Klimaschutz protestieren. Dagegen hat am Donnerstag (18.07.2019) eine Bürgerinitiative in Kerpen demonstriert. 

"Alle Dörfer wollen Ruhe"

Etwa hundert Kerpener sind am späten Nachmittag in einem Protestzug mitten durch die Innenstadt von Kerpen gezogen. Die Bürgerinitiative "Gemeinsam" hatte im Internet zu der Demonstration unter dem Motto "Alle Dörfer wollen Ruhe" aufgerufen. Auf ihrer Facebookseite begründet die Initiative ihren Protest damit, dass in den letzten Jahren die Dörfer rund um den Hambacher Forst und den Tagebauen von Protesten quasi überrannt worden seien. Die Zahl der Straftaten sei dabei dramatisch angestiegen. Gefühlt jage inzwischen ein Protest den nächsten. Gerade der Kerpener Ortsteil Buir sei dabei immer wieder Dreh- und Angelpunkt. Weil der soziale Frieden in Gefahr sei, fordert die Kerpener Bürgerinitiative von der Stadt, keine weiteren Camps in und um Buir zu genehmigen. Auch das vom BUND geplante "Camp for Future" soll nicht stattfinden.

BUND will friedliches "Camp for Future"

Die Jugendorganisation des BUND hat mittlerweile eine Fläche für ihr Klimacamp gefunden. Bereits zum dritten Mal schlagen die jungen Naturschützer ihre Zelte in Kerpen-Buir auf. Das "Camp for Future" soll vom 2. August bis 11. August stattfinden. Es werden bis zu 200 Teilnehmer aus ganz Europa erwartet, sagt Helene Nietert, eine Sprecherin des Camps.  In diesem Jahr wird das Camp auf einem Stoppelfeld am Ortsrand von Buir über die Bühne gehen - friedlich, wie Helene Nietert betont: "Wir haben uns in den vergangenen Jahren in der Region auch so positioniert, dass wir nicht gewaltbereit sein wollen und dass das auch ein sicherer Hafen ist für die jungen Leute und für die Einsteiger, die sich neu in der Klimabewegung formieren."

Braunkohleprotest in Kerpen umstritten

Hubert Perschke

Hubert Perschke berichtet Besuchern über die Umsiedlung Manheim

Unterstützung bekommt das "Camp for Future" von der kohlekritischen Bürgerinitiative "Buirer für Buir". Sie kritisiert die angekündigte Demonstration durch die Kerpener Innenstadt und vermutet, dass sich vor allem RWE-Mitarbeiter daran beteiligen werden - weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz hätten, sagt Hubert Perschke. Für den Fotografen aus Buir ist der Protest gegen die Braunkohle legtim, weil "wir einen Klimawandel haben und nicht mehr so leben können, wie wir bislang gelebt haben". Daran nicht erinnert zu werden, dass würden sich auch in Kerpen viele wünschen, ergänzt Hubert Perschke von den "Buirer für Buir".  Die Bürgerinitiative "Gemeinsam" weist diese Kritik zurück. Doch die Orte Buir, Manheim und anderedie umliegenden Tagebaugemeinden hätten nach diesen Jahren nun endlich einmal Ruhe verdient.

Stand: 18.07.2019, 18:51

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