Redebedarf: Kölner wollen sicheren Ebertplatz

Ebertplatz-Anwohner im Gespräch mit Innenminister

Redebedarf: Kölner wollen sicheren Ebertplatz

  • Gespräch mit Innenminister, OB und Polizeipräsident
  • Innenminister Reul will Maßnahmen verbessern
  • Installation der Videobeobachtung soll beschleunigt werden

Nach dem Tod eines 25-jährigen mutmaßlichen Drogendealers auf dem Kölner Ebertplatz machen sich viele Menschen Sorgen. Denn in den vergangenen Monaten erlebten sie, dass die Gewalt auf dem Platz zunimmt. Am Mittwochabend (28.08.2019) haben sich Innenminister Herbert Reul (CDU), die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und der Kölner Polizeipräsident den Fragen und den Vorschlägen der Bürger gestellt.

Innenminister Reul erneut zu Besuch am Ebertplatz

Trotz drückender Hitze war das Gedränge im Brauhaus am Ebertplatz groß. Für Innenminister Herbert Reul war es schon der dritte Besuch in den vergangenen zwei Jahren. Es sei in den vergangenen Monaten viel erreicht worden, sagte er. Die Bürger hätten mit viel Engagement dafür gesorgt, dass der Platz zu einem Treffpunkt für Familien in dem Viertel werde.

Deshalb komme er gerne zu einer Diskussion mit den Bürgern. "Ich finde, man muss jetzt versuchen, wie man hinkriegt, dass dieser gemeinsame  Weg weiter gegangen wird und wahrscheinlich muss man an einigen Stellen nachschärfen, weil es noch nicht hundertprozentig geklappt hat."

Drogenhandel direkt vor der Haustür

Reker, Reul und Jacobs am Ebertplatz im Gespräch

Innenminister Reul, Kölns OB Reker und Polizeipräsident Jacob

Viele Anwohner machten in ihren Diskussionsbeiträgen klar, dass der Drogenhandel direkt vor ihrer Haustür sie verunsichert. Aber die Probleme gingen weit über den Handel mit Rauschgift hinaus, sagte Ruth Wennemar, Sprecherin des Bürgervereins Eigelstein. Es würden auch Stühle vor Cafés umgeworfen und Autos zerkratzt.

"Die Aggressivität nimmt zu, auch gegenüber Passanten"

Die Bürger fordern mehr Einsätze der Polizei und eine Station mit Streetworkern auf dem Ebertplatz. Der Kölner Polizeipräsident sagte, die Polizei sei dort fast schon im Dauereinsatz. Mehr sei kaum zu leisten. Dennoch will die Polizei mehr Zivilbeamte einsetzen und deren Dienstzeiten auch in die Nacht ausdehnen.

Der Ebertplatz in Köln

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 13.03.2019 18:37 Min. Verfügbar bis 11.03.2020 WDR 5 Von Ingo Zander

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Einig waren sich alle , dass es kein Allheilmittel gegen Gewalt und Kriminalität auf dem Ebertplatz gebe. Ein Bündel von Maßnahmen sei notwendig, um den Platz von Dealern und Junkies zurückzuerobern.

Unter anderem kündigte Innenminister Reul an, die Installation der Videobeobachtung auf dem Ebertplatz zu beschleunigen.

Bürgerverein zufrieden mit dem Gespräch

Die Sprecherin des Bürgervereins Ruth Wennemar war mit den Ergebnissen der gut zweistündigen Diskussion zufrieden: verstärkte Polizeieinsätze, mehr Festnahmen von Dealern, schnelle Videobeobachtung und Streetworker auf dem Ebertplatz.

Stand: 29.08.2019, 08:01

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Ulrike W. 29.08.2019, 18:32 Uhr

    Zunächst einmal finde ich es sehr erschreckend, dass hier der grausame Tod eines jungen Menschen nicht angesprochen wird. Ich wohne selbst in der Nähe des Ebertplatz es und habe die positive Entwicklung durch den Einsatz der Bürgeriniative und der Stadt Köln mit großer Freude verfolgt. Der Ebertplatz hat sich zu einem Platz entwickelt., wo sich Menschen wieder gerne aufhalten, unabhängig von deren Herkunft oder Hautfarbe. Wir sollten weiter daran anknüpfen. Es wurde schon viel geleistet.

  • 5 Beate 29.08.2019, 14:33 Uhr

    Tja,das neue Deutschland lässt grüßen,irgendwann muss mal Schluss sein mit der Aufnahme von Migranten,da kommt jedes Land an seine Grenzen,mit :Wir schaffen das—-geht es nicht.Bereicherung und Fachkräfte hat man uns versprochen 2015....wenn es nicht so traurig wäre,was aus meinem einst so sicheren,ordentlichen und freien Deutschland geworden ist,würde ich mich totlachen!

    Antworten (1)
    • Heinzb aus nrw 29.08.2019, 16:51 Uhr

      Zurück in die Vergangenheit , auch wenns nur 8 Jahrzehnte zurück sind . Der Zensus lebt noch immer . Denken wir an Schriftleitergesetz , an Reichsfluchtsteuer und Judenvermögensabgabe in der Vergangenheit unserer Elterngeneration , nun bekommen wir im Deutschland des Jahres 2019 gesagt , wie unser Kommentar zu lauten hat , das ist die Vergangensbewältigung der Neuzeit von Entscheidungsträgern , die leben von unserer GEZ und Steuern .

  • 4 Heinzb aus nrw 29.08.2019, 13:42 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 3 Mike L. 29.08.2019, 13:31 Uhr

    Über eines muss man sich im Klaren sein. Es muss Geld investiert werden. Die schon lange geforderten Überwachungskameras sind da nur der Anfang. Zusätzlich sollte man auch nachts gut ausgebildetes Sicherheitspersonal (OA, POL. usw.) zur Sicherheit und Abschreckung abstellen.

  • 2 Heinzb aus nrw 29.08.2019, 12:53 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er diskriminierend ist. (die Redaktion)

  • 1 Holger M. 29.08.2019, 11:54 Uhr

    So lange es „Dealer und Junkies“ gibt, müssen Dealer und Junkies irgendwo hin. Man kann natürlich nicht akzeptieren, dass sie einen Platz „erobern“. Das Problem kenne ich aus meiner Heimatstadt vor mehr als einem Jahrzehnt. Da gab es eine Drogenszene in bester Lage der Fußgängerzone. Dort wurden sie natürlich „vergrämt“. Das verlagerte sich zum Gesundheitsamt wegen der Methadonausgabe, was auch nicht akzeptabel war. „Dealer und Junkies“ sind noch da, inzwischen hat sich das „gut verteilt“ aber mit Schwerpunkt im „bunten Stadtviertel“. Diese Drogenszene vor längerer Zeit hatte keinen erkennbar hohen Ausländeranteil. Das scheint auf dem Ebertplatz anders zu sein und dann hilft das alles nichts, darüber muss dann auch gesprochen werden. Migration ist etwas anderes als Flucht aber beides darf nicht in Situationen führen, in der man den Lebensunterhalt nur mit einer kriminellen Karriere sichern kann. An dieser Stelle kann man das aber nur kurz ansprechen, mehr geben 1000 Zeichen nicht her.