Großrazzia gegen Kinderpornografie in NRW

Großrazzia gegen Kinderpornografie in NRW

Der Vorwurf lautet Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Die Staatsanwaltschaft Köln ist am Donnerstag gegen 80 Beschuldigte in rund 30 NRW-Städten vorgegangen.

NRW geht mit einer Großrazzia gegen Kindesmissbrauch vor. Ermittler sind am Donnerstag mit Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen gegen 80 Beschuldigte wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes von kinderpornografischem Material vorgegangen. "Die Durchsuchungsmaßnahmen richten sich sämtlich gegen Beschuldigte, die sich bzw. anderen vor allem über soziale Netzwerke kinderpornografische Inhalte verschafft haben sollen", teilte die Staatsanwaltschaft Köln mit.

64 Objekte durchsucht

Es gehe um Durchsuchungen in 64 Objekten. Zahlreiche Datenträger seien sichergestellt worden. Einzelne Beschuldigte hätten bereits Geständnisse abgelegt. Haftbefehle seien aber nicht vollstreckt worden.

Hinweis aus dem Ausland

"Wir haben zahlreiche Datenträger sichergestellt", sagte Staatsanwalt Ulrich Bremer dem WDR am Nachmittag. Die Aktion sei intensiv vorbereitet worden. "Das sind Spuren, die sich rekrutieren aus Hinweisen ausländischer Ermittlungsbehörden. Aber auch von Organisationen, die selber entsprechende Daten sammeln und an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten."

Nach WDR-Informationen kamen auch die Hinweise auf die 80 Beschuldigten aus den USA. Die genauen Hintergründe sind noch nicht bekannt.

Schwerpunkt Rheinland und Ruhrgebiet

Die Aktionen fanden in zahlreichen Städten statt. Die Ermittler nannten Aachen, Bergisch Gladbach, Bielefeld, Billerbeck, Bochum, Bonn, Borken, Coesfeld, Detmold, Dortmund, Düren, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Euskirchen, Gelsenkirchen, Hagen, Heinsberg, Ibbenbüren, Iserlohn, Köln, Krefeld, Leopoldshöhe, Mettmann, Meinerzhagen, Neuss, Nottuln, Oberhausen, Recklinghausen, Bad Sassendorf, Siegburg, Steinfurt, Tecklenburg, Viersen, Warendorf, Werl, Willebadessen und Wuppertal.

Zentralstelle Cybercrime leitete Großrazzia

Bei der Staatsanwaltschaft Köln arbeitet seit mehreren Monaten eine Einheit von mehr als 20 Staatsanwälten zur Bekämpfung von Kinderpornografie. Die Zentral-und Ansprechstelle Cybercrime, kurz ZAC, hat bereits mehrere landesweite Razzien in den vergangenen Wochen gegen hunderte Verdächtige durchgeführt. Nach eigenen Angaben ahnden die Ermittler bereits auch schon den Besitz von Missbrauchsdarstellungen, da bei der Herstellung der Fotos und Videos schwerste sexualisierte Straftaten gegen Kinder verübt würden.

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Netzwerk von Sexualstraftätern im Visier

Mit den Tatkomplexen Lügde und Bergisch-Gladbach habe der aktuelle Fall nichts zu tun, so die Staatsanwaltschaft Köln.

Vor dem Landgericht Köln muss sich zudem ein 43-jähriger Bergisch Gladbacher unter anderem wegen sexueller Gewalttaten gegen seine Tochter verantworten. Als der 43-Jährige im Herbst vergangenen Jahres aufflog, offenbarte sich ein Netzwerk von Sexualstraftätern ungeahnten Ausmaßes.

Keine Haftbefehle

Haftbefehle wurden den Angaben zufolge nicht vollstreckt. Es seien allerdings auch Anhaltspunkte auf weitere Straftaten - etwa Schusswaffen und eine Cannabis-Plantage - gefunden worden.

Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch gibt es hier:

Telefonnummern

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 - 22 55 530
(kostenfrei und anonym)

Speziell für Kinder und Jugendliche - die Nummer gegen Kummer: 116111
(kostenfrei und anonym)

Kontaktdaten großer Beratungsstellen

Kontakt zu Zartbitter e.V.

Übersicht des Kompetenzzentrums Kinderschutz

Informationen für Kinder

Hilfestellungen gibt es auf der Seite www.trau-dich.de

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Lügde-Ausschuss zum Kindesmissbrauch tagt weiter

WDR 5 Westblick - aktuell 25.09.2020 03:17 Min. Verfügbar bis 25.09.2021 WDR 5

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Stand: 01.10.2020, 20:30