Polizei-Eskorte löst Skandal in Köln aus

Polizist in blauer uniform auf Motorrrad

Polizei-Eskorte löst Skandal in Köln aus

Von Jochen Hilgers

Die Kölner Polizei hat Ermittlungen gegen mehr als 20 Beamte eingeleitet. Grund ist eine illegale Polizeieskorte, mit der Polizisten einen Kollegen in den Ruhestand verabschiedet hatten. Nach vierzig Dienstjahren.

Der Beamte muss sich gefühlt haben wie ein amerikanischer Präsident. Oder vielleicht sogar noch ein bisschen besser. Mit 17 Polizei-Motorrädern – das sind zwei mehr als bei einem Staatsbesuch –, einem SEK-Spezialfahrzeug und einem Wasserwerfer wurde der Beamte von seinem ehemaligen Dienstsitz Brühl zu seinem Wohnort Euskirchen eskortiert.

Immerhin 25 Kilometer Strecke und laut Navigation 35 Minuten Fahrzeit. Möglicherweise ging es etwas schneller, denn die Eskorte war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs.

Kita-Leiterin meldet die ungewöhnliche Kolonne

Vielleicht wäre der Fall nicht weiter verfolgt worden, hätte sich nicht die Leiterin einer Euskirchener Kindertagesstätte bei der Polizei gemeldet und von ihrer ungewöhnlichen Beobachtung erzählt.

Die dort betreuten Kinder hätten verschreckt reagiert. Interne Nachforschungen brachten dann das Ergebnis. Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob ist stinksauer. Er hat sich bereits bei der Kita-Leitung und beim Euskirchener Landrat entschuldigt.

Kein Einzelfall bei der Kölner Polizei

Der Fall erinnert stark an ein ähnliches Ereignis im Sommer 2014. Da waren fünf Beamte der Kölner Polizei auf einen Pylon der Kölner Severinsbrücke geklettert.

Anlass war die Verabschiedung des damaligen Leiters der Spezialeinsatzkräfte der Kölner Polizei. Um dies für das private Fotoalbum festzuhalten, orderten die Beamten damals extra einen Polizeihubschrauber.

Aus dem wurde eine ganze Foto- und Videoserie der Beamten geschossen. Strafrechtliche Ermittlungen wurden damals nach anderthalb Jahren eingestellt.

Stand: 22.01.2021, 13:45

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