Deutscher Journalistenverband kritisiert Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit "Maulkorb"

Der Kölner Dom im Sonnenuntergang. Im Vordergrund ist die Kreuzblume zu sehen.

Deutscher Journalistenverband kritisiert Erzbistum Köln: Einsicht in Gutachten nur mit "Maulkorb"

Der Deutsche Journalistenverband kritisiert das Kölner Erzbistum. Für die Einsicht in ein Rechtsgutachten, das sich mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester befasst, sollten Journalisten eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.

Der Journalistenverband sagt, die Forderung des Erzbistums komme einem Maulkorb für Medienschaffende gleich.

Keine Einsicht in Gutachten: Journalisten wollen Verschwiegenheitserklärung nicht unterschreiben

Ein geplantes Journalistengespräch im Erzbistum zum Thema Missbrauch in der Kirche wurde abgebrochen, weil die anwesenden Reporter nicht bereit waren, eine von der Kirche geforderte Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben.

Die Journalisten sollten sich rechtlich verpflichten, weder Tathergänge aus dem Gutachten zu veröffentlichen noch darin benannte Verantwortungsträger zu nennen.

Erzbistum prüft: Einsicht in Rechtsgutachten unter anderen Bedigungen

Weil niemand der anwesenden Reporter das Dokument unterschrieben hat, blieb das Gutachten weiter unter Verschluss. Das Erzbistum prüft jetzt, ob sie den Journalisten trotzdem unter anderen Bedingungen das teilweise geschwärzte Rechtsgutachten zugänglich macht.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte sich letztes Jahr entschieden, das Gutachten nicht zu veröffentlichen, weil es methodische Fehler habe.

Stand: 07.01.2021, 07:23

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