Gefährlicher Kohlenmonoxid-Austritt in Bonn

Die Ursache fanden Feuerwehrleute im Keller: durch einen technischen Defekt an der Gasheizung wurden große CO-Mengen freigesetz

Gefährlicher Kohlenmonoxid-Austritt in Bonn

Von Christoph Hensgen

Man kann es nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken – und es ist eine tödliche Gefahr: Kohlenmonoxid. Gerade jetzt, zu Beginn der Heizperiode, wird die Feuerwehr immer wieder gerufen, wenn das unsichtbare Gift in Wohnhäusern austritt.

So wie Dienstag Nacht in Bonn: Dort wäre eine defekte Gasheizung für die Bewohner zweier Häuser beinahe zur tödlichen Falle geworden. Es war Rettung in letzter Sekunde. Gegen Mitternacht hat die Feuerwehr im Bonner Stadtteil Graurheindorf zwei Häuser geräumt und die acht Bewohner, darunter zwei Kinder, in Sicherheit gebracht. „Alle haben sehr großes Glück gehabt, dass ihnen nichts passiert ist.“ Feuerwehrsprecher Frank Frenser ist sichtlich erleichtert.

Hohe Kohlenmonoxid-Konzentration zieht auch zu den Nachbarn

Einer der Mieter hatte nachts einen modrigen Geruch wahrgenommen und den Notruf gewählt. Als Einsatzkräfte ins Haus gehen, messen die Warngeräte, die alle Feuerwehrleute und Rettungsdienst-Mitarbeiter an ihren Westen tragen, eine extrem hohe CO-Konzentration. Auch im Haus nebenan. Die Ursache: eine kaputte Gasheizung im Keller. Geruchsloses Kohlenmonoxid sammelt sich an. Durch die Mauer und über Rohre zieht das unsichtbare Gift sogar zu den Nachbarn.

Es ist nur einem Zufall zu verdanken, dass einer der Bewohner überhaupt misstrauisch wird. Im Schornstein liegt ein toter Vogel, verstopft den Abzug und es riecht modrig. Deshalb ruft der Mann die Feuerwehr.

Toter Vogel rettet den Bewohnern das Leben

Der tote Vogel rettet den Bewohnern also vermutlich das Leben. Denn ohne das Tier hätten sie die tödliche Gefahr gar nicht erst bemerkt. „Zum Glück haben die Bewohner die Situation nicht auf die leichte Schulter genommen und uns angerufen. Wenn sich die Bewohner schlafen gelegt hätten, wären alle in akuter Lebensgefahr gewesen“, weiß Frenser.

Feuerwehr rät Heizungsanlagen prüfen zu lassen

Zu Beginn der Heizperiode rät die Feuerwehr dazu alle Heizungsanlagen durch einen Installateur prüfen zu lassen. „Bestenfalls kommt auch ein Schornsteinfeger vorbei, der sich die Abgasanlagen ansieht, damit ein sicherer Betrieb der Heizungsanlagen gewährleistet ist“, so Feuerwehrsprecher Frenser.

Stand: 27.10.2021, 17:09

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