Adil Demirci zurück in Köln

Adil Demirci zurück in Köln

Adil Demirci zurück in Köln

Von Jochen Hilgers

  • Nach Rückkehr in die Normalität
  • Türkeireisen sind vorerst tabu
  • Unterstützer organisieren letzte Mahnwache

Nach knapp anderthalb Jahren Haft und Ausreisesperre in der Türkei ist der Kölner Sozialwissenschaftler Adil Demirci wieder in Köln. Hier hat er bei einer Pressekonferenz am Freitag (21.06.2019) zum ersten Mal Auskunft über seine Pläne gegeben. Er möchte so schnell wie möglich seine Arbeit als Sozialwissenschaftler beim "Internationalen Bund" wieder aufnehmen.

14 Monate meines Lebens gestohlen

In die Türkei wird er in der nächsten Zeit sicher nicht reisen, sagte Demirci. Dort läuft ein Verfahren wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Seine Interessen vor Gericht könnten seine Anwälte auch ohne ihn vertreten.

Im April des vergangenen Jahres war Demirci völlig überraschend in Istanbul festgenommen worden. Man habe ihm dort 14 Monate seines Lebens gestohlen, so der Kölner Sozialwissenschaftler. Erst zwei Monate nach seiner Inhaftierung habe er mit seiner Familie telefonieren dürfen.

Vorerst letzte Mahnwache

Seine Unterstützer, die ihn Anfang der Woche am Flughafen in Empfang nahmen, wollen am kommenden Mittwoch (26.06.2019) eine letzte Mahnwache für Demirci organisieren und dabei auf das Schicksal weiterer inhaftierter Kölner in der Türkei aufmerksam machen.

Demirci  soll als nebenberuflicher Journalist bei drei Beerdigungen von kommunistischen Politikern dabei gewesen sein. Demirci saß zwischenzeitlich zehn Monate in Haft. Vier weitere Monate durfte er die Türkei nicht verlassen - bis zu dieser Woche.

Stand: 21.06.2019, 16:31