Vor 80 Jahren starb die Kölner Radsport-Legende Albert Richter

Bild Albert Richter

Vor 80 Jahren starb die Kölner Radsport-Legende Albert Richter

Von Kathrin Ohlmann

  • Kölner Radrennstar Albert Richter vor 80 Jahren gestorben
  • Tod mit 27 Jahren im Gestapo-Gefängnis
  • Kölner Radrennbahn nach Richter benannt

Vor 80 Jahren ist Kölns berühmtester Radrennfahrer Albert Richter gestorben. Karriere machte der Sprinter-Weltmeister in den 1930er Jahren - obwohl er sich gegen das Nazi-Regime stellte.

Köln war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine der Hochburgen des deutschen Radsports. Vor allem der Bahnradsport war bei Sportlern und Publikum beliebt. Richter wuchs in Köln-Ehrenfeld auf. Schon mit 19 Jahren gewann er 1932 überraschend den Weltmeister-Titel der Radrenn-Amateure in Paris und wurde in Köln gefeiert. Im Jahr darauf wurde er als Profi deutscher Meister.

Richter widersetzte sich dem NS-Regime

Als einer der wenigen Profi-Sportler der Zeit hatte er den Mut, sich offen gegen die Nazi-Regierung zu stellen. So zeigte er 1934 bei der Weltmeister-Siegerehrung keinen Hitler-Gruß und weigerte sich, ein Trikot mit Hakenkreuz zu tragen. Als sein jüdischer Trainer Ernst Berliner in die Niederlande fliehen musste, blieb er ihm treu und beschäftigte ihn weiter als Manager.

Früher Tod im Gestapo-Gefängnis

Nach einem letzten Wettkampf wollte er Ende 1939 Deutschland verlassen und dabei Geld für jüdische Freunde in seinem Rennrad aus dem Land schmuggeln. An der Schweizer Grenze wurde er gezielt aufgegriffen und verhaftet. Er starb am 02.01.1940 mit 27 Jahren im Gestapo-Gefängnis in Lörrach.

Albert-Richter-Bahn im Kölner Radstadion

Bild Kölner Radstadion Albert Richter Bahn

Das Kölner Radstadion

Richters Vater wollte ihn nach dem Krieg rehabilitieren, sein Kampf vor Gericht blieb aber erfolglos. Erst 1996 wurde sein Name wieder bekannter: Die Rennbahn im Kölner Radstation wurde nach Albert Richter benannt.

Stand: 02.01.2020, 14:31