Wuppertal feiert die Dichterin Else Lasker-Schüler

Else Lasker-Schüler, 1932

Wuppertal feiert die Dichterin Else Lasker-Schüler

  • Viele Veranstaltungen zum 150. Geburtstag
  • Zahlreiche Organisationen und Institutionen sind beteiligt
  • Würdigung einer schillernden Persönlichkeit

Eröffnet wird das Festjahr zum 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler in der Historischen Stadthalle mit einem Festakt am 11. Februar, dem Geburtstag der Künstlerin. Unter anderem führt die frühere Pina Bausch-Tänzerin Christel Guillebeaud eine Tanz-Performance auf.

Ich und ich

Das Schauspiel der Wuppertaler Bühnen bringt im Juli das letzte Drama Else Lasker-Schülers auf die Bühne: „Ich und ich“. Sie schrieb es 1940 und 1941 im Exil in Jerusalem. Der Text sprengt die Grenzen einer üblichen Theaterinszenierung; er verbindet Schauspiel, Tanz, Film und Gesang.

Else und die Avantgarde

Eine Ausstellung im Von der Heydt-Museum folgt dem Weg der Künstlerin von Elberfeld über Berlin und die Schweiz bis nach Palästina, wo sie 1945 starb. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Museum ihren Zeichnungen. An anderen Veranstaltungen beteiligt sind unter anderem die Else Lasker-Schüler Gesellschaft, das Literaturhaus Wuppertal, die Begegnungsstätte Alte Synagoge, das Zentrum für Verfolgte Künste Solingen und die Bergische Universität. Das ganze Jahr über kann amn die Literatin und Lebenskünstlerin in all ihren Facetten kennenlernen.

Schillernde Leitfigur

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die in Elberfeld geborene Else Lasker-Schüler eine prägende Leitfigur der künstlerischen Avantgarde in Berlin. Mit ihrem schriftstellerischen Werk prägte sie die expressionistische Literatur. Mit ihren Zeichnungen entwarf sie eine Gegenwelt zum immer stärker werdenen Nationalismus in Deutschland. Mit ihren theatralischen Lesungen nahm sie die Kunst der Performance vorweg. Ihre Dramentexte sind bis heute eine Herausforderung für jedes Theater.

Schicksalhafter Lebensweg

Ihr Lebensweg hat in den vergangenen Jahren erneut an Brisanz gewonnen. Als Jüdin und Künstlerin litt Else Lasker-Schüler unter der Verfolgung und den Repressalien des Nazi-Regimes. Als alleinerziehende Mutter musste sie um soziale Gleichberechtigung kämpfen. Auf der Flucht und im Exil suchte sie nach interkulturellem Frieden.

Stand: 22.01.2019, 13:01

Weitere Themen