Exklusivinterview mit Deutschlands jüngstem Chefdirigenten

Patrick Hahn, neuer Generalmusikdirektor Wuppertaler Bühnen Lokalzeit Bergisches Land 22.07.2020 02:50 Min. Verfügbar bis 22.07.2021 WDR

Exklusivinterview mit Deutschlands jüngstem Chefdirigenten

  • Patrick Hahn ist gerade einmal 25 Jahre alt
  • Wohl jüngster Generalmusikdirektor in Deutschland
  • Interview: Der Österreicher freut sich auf Wuppertal

Vor wenigen Tagen ist der junge Österreicher erst 25 Jahre alt geworden, nächstes Jahr übernimmt er die Leitung des 90-köpfigen Sinfonieorchsters in Wuppertal. Damit gilt Patrick Hahn als einer der jüngsten Generalmusikdirektoren in Deutschland und sorgt seit Bekanntgabe seines neuen Engagements für viel Diskussion in der Szene.

WDR: Patrick Hahn, warum Wuppertal? Ihnen muss doch die Orchesterwelt zu Füßen liegen. Da wo Sie schon überall gearbeitet haben, haben Sie bestimmt überall guten Eindruck hinterlassen?

Patrick Hahn, Dirigent, blickt in die Kamera.

Patrick Hahn: Nun, ich kannte das Wuppertaler Orchester noch nicht, als ich im Januar dort zum ersten Mal zu Gast war. Ich war total positiv überrascht, wie auch vorher schon erwähnt wurde. Die Chemie hat so gestimmt und es war ein schönes Miteinander, so höchstklassige Musikalität da. Auch die Gegebenheiten mit der historischen Stadthalle, gehören zu den vielen Dingen, die ich unglaublich reizvoll finde. Das war eine große Freude dann dieses Angebot annehmen zu dürfen, als Generalmusikdirektor.

WDR: Verraten Sie uns doch mal ihr Geheimrezept. Also Sie sind so jung, da sind die meisten Musiker älter, teilweise deutlich älter. Wie kriegen Sie die? Wie schaffen Sie es, schon eine Autorität zu bilden?

Hahn: Also ich hatte ehrlich gesagt noch nie ein großes Problem damit, mich vor Orchestern mit meinem Alter irgendwie durchsetzen zu müssen. Das Orchester merkt ja sofort, ob Einer musikalisch was zu sagen hat und auch in der Lage ist, das so zu kommunizieren und menschlich zu vermitteln. Und wenn das stimmt, wenn diese Qualitäten da sind, dann ist es denen auch völlig egal, ob der jung oder alt ist. Da geht es nur um die Musik.

WDR: Ihre Geschichte ist sehr außergewöhnlich. Ihre Mutter ist Industriekauffrau, ihr Vater Schlosser. Also, das ist nicht wirklich der musikalische Background. Wann war für Sie klar, ich werde irgendwann Generalmusikdirektor?

Hahn (lacht): Es war tatsächlich relativ früh klar. Es stimmt, meine Eltern haben mit Musik eigentlich nichts am Hut, aber haben das eben immer unterstützt. Ich hatte auch immer das Glück, dass ich Pädagogen um mich hatte, die das unterstützt und gefördert haben. Und da bin ich über verschiedene Stationen, über das Singen ursprünglich und dann über das Klavier irgendwie so nach und nach ins Dirigieren reingeschlittert. Das hat sich dann alles relativ rasch entwickelt. Und heute stehen wir da, wo wir sind.

WDR: Und jetzt können Sie es wahrscheinlich kaum erwarten. Es geht aber erst übernächste Spielzeit los. Worauf freuen Sie sich am meisten und was kennen Sie vielleicht schon vom Bergischen Land, von Wuppertal?

Hahn: Also, ich habe es sehr genossen, diese Stadt einfach mal kennen zu lernen. Man hat ja nicht viel Zeit bei solchen Engagements, sich auch die Gegend anzusehen. Aber ich werde ja im nächsten Jahr oder in der nächsten Zeit öfter dort sein. Es gibt ja viel zu planen, es muss die Spielzeit vorbereitet werden und besprochen werden. Ich möchte auch das ganze Team kennenlernen. Das Orchester kenne ich jetzt. Aber das ganze Drumherum, da ist ein großer Betrieb, die möchte ich alle kennenlernen und mich da langsam reinarbeiten. Und auf da freue ich mich schon sehr. Besonders jetzt nach dieser langen Durststrecke, in der keiner Konzerte machen durfte.

Stand: 23.07.2020, 13:14