Rhein-Pegelstand teilweise auf Rekordtief

Rhein-Pegelstand teilweise auf Rekordtief

  • Wasserstand im Rhein sinkt
  • Grund für Niedrigwasser: anhaltende Trockenheit
  • Tiefstwerte der Pegel in Düsseldorf, Emmerich und Ruhrort

Der Rhein führt an einigen Stellen so wenig Wasser wie seit langem nicht mehr. Am Montag (22.10.2018) betrug der Pegelstand in Köln 70 Zentimeter, der bislang niedrigste gemessene Wert.

Auch in Emmerich am Niederrhein wurde bereits am Sonntag ein neuer Rekordwert gemessen. Dort erreichte der Pegelstand elf Zentimeter. Am Montagmorgen war er unverändert.

In den kommenden Tagen ist laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein (WSA) mit noch niedrigeren Werten zu rechnen.

Trockenheit - Wo kommt das Wasser her?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 15.10.2018 05:23 Min. WDR 5

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Binnenschiffer disziplinierter als früher

Der Pegelstand Duisburg-Ruhrort erreichte am Samstag mit 159 Zentimetern einen Tiefstwert, bis Montagmorgen ging er sogar auf 156 zurück. Zuletzt stand der Rhein dort 2003 ähnlich tief – bei 1,74 Meter. Allerdings gebe es wesentlich weniger Einsätze als 2003, teilte die Duisburger Wasserschutzpolizei mit. Dies liege daran, dass die Binnenschiffer wesentlich disziplinierter fahren.

In Rees am Niederrhein ist der bisher niedrigste Wasserstand von 63 Zentimetern im Jahr 2003 unterboten worden: Am Sonntag betrug der Pegelstand nur noch 45 Zentimeter, bis Montagmorgen war er wieder um zwei Zentimeter gestiegen.

Der Pegelstand Wesel hat mit 99 Zentimetern am Sonntag (am Montag wieder bei 100) ebenfalls den bisherigen Tiefstwert geknackt. In Düsseldorf wurde am Montag ein Pegelstand von 26 Zentimetern gemessen, drei Zentimeter weniger als am Vortag.

Zu Fuß den Rhein zu durchqueren, ist trotz der niedrigen Pegelstände unmöglich: Die Fahrrinnen liegen erheblich tiefer als die Bereiche, in denen der Pegel gemessen wird.

Pegelstände in NRW so niedrig wie nie

Nach monatelanger Trockenheit sinken die Pegelstände in NRW von Tag zu Tag weiter. In Emmerich erreichte der Rhein am Freitag (19.10.2018) einen Rekordtiefstwert von 16 Zentimetern.

Das Rheinufer in Köln-Deutz am Freitag bei einem Pegelstand von 77 cm

Das Rheinufer in Köln-Deutz am Freitagmittag bei einem Pegelstand von lediglich 77 Zentimetern.

Das Rheinufer in Köln-Deutz am Freitagmittag bei einem Pegelstand von lediglich 77 Zentimetern.

Ein Schiff fährt bei Köln hinter einer Sandbank über den Rhein.

Das Sürther Bootshaus, ein Restaurant und Biergarten in Köln, liegt auf dem Trockenen.

Vielerorts sind die Buhnen, die dem Ufer in der Regel vorgelagert sind und aus dem Wasser herausragen, längst Teil des Ufers.

Auch am Halterner Stausee herrscht Niedrigwasser. Boote am Segelclub Westfalen mussten mit einem Autokran geborgen werden.

Der Wasserstand der Weser sinkt ebenfalls weiter. In Minden wird am Wochenende der historische Niedrigstand erwartet.

Das große Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke ist der drittgrößte Rastplatz für Kraniche in Deutschland. Hier ist der Wasserpegel um 60 Zentimeter gesunken.

Stand: 22.10.2018, 11:35

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