Nach Vorfall auf A3: Wie man Rettungsgassen bildet

Ein Rettungsfahrzeug fährt durch eine Rettungsgasse

Nach Vorfall auf A3: Wie man Rettungsgassen bildet

  • Was man über die Rettungsgasse wissen muss
  • Gesetzlich verpflichtend schon seit 1982
  • Neues Bußgeld ab 2020

Nicht selten verlieren Einsatzkräfte auf dem Weg zu Unfallorten wichtige Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können. Der Grund: eine fehlende Rettungsgasse.

So erging es auch Feuerwehrleuten am Donnerstag (12.12.2019) nach einem Lkw-Unfall auf der A3. Weil die Rettungsgasse fehlte, mussten die Einsatzkräfte 300 Meter zu Fuß rennen, um sich um die Verletzten zu kümmern. Was man über Rettungsgassen wissen muss:

Wann und wie bilde ich eine Rettungsgasse?

Eine Rettungsgasse müssen Autofahrer bilden, sobald der Verkehr auf Autobahnen oder anderen mehrspurigen Außerortsstraßen stockt, also bei Schrittgeschwindigkeit und Stillstand.

Dabei gilt der Grundsatz: Die Rettungsgasse zwischen der ganz linken Spur und der rechten daneben rettet Leben!

Bedeutet konkret: Bei einer zweispurigen Straße muss man die Mitte freihalten. Bei Straßen mit drei oder mehr Spuren muss man eine Gasse zwischen der ganz linken Spur und der rechten daneben bilden.

Idealerweise sollten die Autos dabei gerade stehen und ausreichend Abstand halten. Auch die Autobahnauffahrt bis zur Rettungsgasse sollte frei bleiben.

Wieder fehlende Rettungsgasse Hier und heute 13.12.2019 04:44 Min. Verfügbar bis 13.12.2020 WDR

Ist die Rettungsgasse gesetzlich verpflichtend?

Ja, und zwar schon seit 1982. Geregelt ist die Pflicht zur "freien Gasse" in der Straßenverkehrsordnung (StVO) unter "Besondere Verkehrslagen".

Wer keine Rettungsgasse bildet, muss in Deutschland mit einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Auch eine strafrechtliche Verfolgung ist möglich.

Ab 2020 soll zusätzlich zu den zwei Punkten dann für einen Monat lang der Führerschein weg sein. So sieht es die StVO-Novelle der Bundesregierung vor.

Darf man da auch durch, wenn man es eilig hat?

Ganz klar: Nein! Nur "Polizei und Hilfsfahrzeuge", also Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Krankenwagen oder Abschleppdienste haben freie Fahrt durch die Rettungsgasse.

Wer die Rettungsgasse trotzdem befährt, muss künftig mit mindestens 240 Euro Bußgeld und ebenfalls zwei Punkten und Fahrverbot rechnen.

Übrigens: Vergleichbare Regeln zur Rettungsgasse gibt es in der Schweiz, Tschechien, Slowenien und Ungarn. In Österreich zahlt man sogar bis zu 2180 Euro Bußgeld.

Aus der Not geboren: Die Erfindung der Rettungsgasse Lokalzeit Münsterland 09.08.2019 03:07 Min. Verfügbar bis 09.08.2020 WDR Von Markus Schröder

Stand: 13.12.2019, 21:10

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