Studie: Respekt in Deutschland nimmt ab

Studie: Respekt in Deutschland nimmt ab

Von Oliver Scheel

  • Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt abnehmenden Respekt
  • Vor allem Lehrer von Rückgang betroffen
  • Am wenigsten Respekt genießen Politiker und Journalisten

Immer wieder werden Rettungskräfte im Dienst attackiert. Polizisten werden angegriffen oder bepöbelt. Teilweise kommt es sogar zu schweren Verletzungen von Sanitätern, so geschehen im Mai 2019 bei einem Einsatz im Dortmunder Hauptbahnhof. Wird die Gesellschaft immer respektloser? Eine aktuelle Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung scheint diese These zu belegen.

Politiker genießen den wenigsten Respekt

Die Deutschen zeigen laut der Studie des Marktforschungsinstituts Kantar aus Bielefeld immer weniger Respekt vor Politikern, Polizisten, Lehrern und Hausärzten. Politiker genießen laut der repräsentativen Studie den wenigsten Respekt. Nur 25 Prozent der Befragten haben "viel" oder "sehr viel" Respekt vor dieser Berufsgruppe. Bei der Parteipräferenz fällt auf, dass Politiker bei Anhängern der AfD mit nur sechs Prozent Zustimmung bei weitem am schlechtesten abschneiden. Die Studie wurde am Mittwoch (04.12.2019) in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlicht.

Insgesamt büßten fast alle Berufsgruppen an Respekt ein - besonders viel die Lehrer. 28 Prozent gaben an, dass sie Lehrern früher mehr Respekt entgegenbrachten als heute. Auch Journalisten stehen nicht hoch in der Gunst: Lediglich 32 Prozent der Befragten bringen ihnen "viel" oder "sehr viel" Respekt entgegen.

Hausärzte büßen an Respekt ein

Hausärzte, die generell mit 75 Prozent einen hohen Respekt genießen, büßten enorm ein (21 Prozentpunkte). Laut Studie wird im Vergleich zu früher nur Gewerkschaftern heute mehr Respekt entgegenbracht. Während Lehrer im Osten eher geschätzt werden als im Westen, ist es bei Politikern umgekehrt.

Stand: 04.12.2019, 11:41

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