Sturmtag erinnert an Sieg über Soester

Belecker zünden Kanone

Sturmtag erinnert an Sieg über Soester

Von Heinrich Buttermann

  • Sturmtag erinnert an ruhmreiche Belecker
  • Vor 570 Jahren Soester in die Flucht geschlagen
  • Mit Böllerknall und Pulverdampf
  • Bevölkerung wird laut geweckt

Schon ganz früh am Mittwochmorgen (16.05.2018) werden in Warstein-Belecke die Kanonen gestopft: Im Viertelstunden-Takt wird dann laut geböllert. Das Ganze erinnert an einen Angriff der Soester im Jahr 1448. Die Belecker siegten - ihr Bürgermeister aber verlor dabei sein Leben. Zur Erinnerung daran wird immer am Mittwoch vor Pfingsten Krach gemacht.

Konzentration beim Zünden

Auch wenn heute der Spaß im Mittelpunkt steht. Die Belecker nehmen ihre Tradition ernst. Aus zwei Gründen: Erstens ist mit den Kanonen nicht zu spaßen, beim Laden und Zünden müssen alle schon aus Sicherheitsgründen konzentriert und vorsichtig sein. Zweitens geht es um einen ernsten Teil der Belecker Stadtgeschichte. Bei der "Soester Fehde" zogen Soldaten nach Belecke, wollten die dortigen Wachmänner überraschen, hofften auf einen schnellen Sieg. Der kurze heftige Überfall konnte abgewehrt werden, aber mit Verlusten.

Belecker mit Kanonen

Mit großen und kleinen Kanonen wird an den Sturmtag vor 570 Jahren erinnert.

Dass die Zeiten heute friedlicher sind, wird unter anderem dadurch deutlich, dass zum Sturmtag regelmäßig auch eine Delegation aus dem damals feindlichen Soest an die ehemalige Mühle kommt, wo der Sturmtag Jahr für Jahr wieder lebendig wird. In diesem Jahr präsentieren die Belecker diesen Ort besonders stolz: Mit viel Eigeninitiative ist der "kleine Speicher" der Mühle renoviert und ausgebaut worden. Der wird am Abend ab 19.30 Uhr bei der Sturmtagsfeier feierlich eingeweiht. Ein langer Tag für alle Ur-Belecker. 

Stand: 16.05.2018, 07:19