Experte: Recycling versagt bei Plastik

Zabrana plastike za jednokratnu upotrebu; raznobojne plastične slamčice

Experte: Recycling versagt bei Plastik

  • Wuppertaler Abfallexperte kritisiert Umgang mit Plastikmüll
  • Industrie solle mehr recyceltes Material verwerten
  • Steuerliche Anreize oder Mindestquoten nötig

Das deutsche Recycling-System ist aus Sicht von Henning Wilts, Abfallexperte am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, gescheitert. Zwar seien die Bundesbürger Weltmeister im Einsammeln und Trennen von Müll, sagte Wilts am Samstag (19.01.2019) dem WDR. Aber mit dem Recyclen tue sich Deutschland schwer. Dies zeige sich vor allem bei Plastik.

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Laut Bundesregierung liegt die Quote recycelten Plastiks bei 39 Prozent. Wilts stellte dies infrage. Er machte eine andere Rechnung auf: Von mehr als 14 Millionen Tonnen neuen Kunststoffs, die im Jahr 2017 in Deutschland verarbeitet wurden, flossen letztendlich 0,8 Millionen Tonnen tatsächlich wieder in den Kreislauf zurück. Ein Teil des großen Rests sei ins Ausland gebracht worden, vieles davon lande schließlich im Meer, sagte Wilts.

Plastikherstellung mit recyceltem Material erzwingen

Werde die Ausgangsmenge von gut 14 Millionen Tonnen Plastik ins Verhältnis zu den 800.000 Tonnen Gebrauchtmaterial gesetzt, das wieder zurück in die Plastikproduktion geht, dann betrage die harte Recyclingquote gerade mal sechs Prozent, sagte Wilts. Dies müsse sich ändern.

"Wir müssen dazu kommen, dieses hochwertige Material wieder stärker zu verwerten", forderte der Experte. Ein Weg sei, die Industrie zu verpflichten, recyceltes Material bei der Plastikherstellung einzusetzen. Dies könne durch steuerliche Anreize oder durch gesetzlich festgelegte Mindestquoten geschehen.

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Neues Verpackungsgesetz

Letztere sind im neuen Verpackungsgesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, geregelt. Dies schreibt höhere Recyclingquoten für Glas, Papier, Metalle, Verpackungen und Kunststoffe vor.

Betreiber der dualen Systeme sind verpflichtet, die Hälfte des Inhalts der von ihnen eingesammelten gelben Säcke oder Tonnen zu recyceln. Jeder, der gefüllte Verpackungen in Umlauf bringt, ist dafür verantwortlich, für deren Rücknahme und Verwertung zu sorgen - auch Online-Händler.

Stand: 19.01.2019, 19:57

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