Diskussion nach Schalke-Entscheidung: Ist Tönnies rassistisch?

Diskussion nach Schalke-Entscheidung: Ist Tönnies rassistisch?

  • Schalke-Chef lässt Amt drei Monate ruhen
  • Ehrenrat: Nicht rassistisch, aber diskriminierend
  • Kontroverse Debatte geht weiter

Der Schalker Ehrenrat kam am Dienstagabend (07.08.2019) zu dem Schluss, dass die umstrittenen Äußerungen von Clemens Tönnies nicht rassistisch, jedoch diskriminierend sind. Drei Stimmen dazu.

SPD-Vize-Chef Ralf Stegner: "Rassistisch und dumm"

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner schreibt am Mittwoch (07.08.2019) auf Twitter: "Kuriose Debatte über Schalke 04 Boss Tönnies und seine rassistischen und dummen Interviewäußerungen. Das ist schlichtweg indiskutabel und hat gar nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Für jemanden, der Führungsverantwortung trägt, ist ein solches Verhalten vollständig inakzeptabel!"

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ARD-Chefredakteur Kai Gniffke: Dumm, aber nicht rassistisch

"Hätte Clemens Tönnies ein kleines Kraftwerk zwischen den Ohren, würde er aufhören, solche Sätze zu sagen. Was für ein Blödsinn, was für eine Zumutung. Aber ist Tönnies deshalb ein Rassist? Nein." Wenn alles in die Schublade Rassismus einsortiert würde, "was man für gedankenlos, gestrig und Altherrengewäsch hält, dann erklärt man sehr viele Menschen zu Rassisten." Gemeingefährliche Rassisten könnten dann "in der Masse untertauchen".

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Afrika-Beauftragter Günter Nooke: Bevölkerungswachstum ist ein Problem

CDU-Politiker Günter Nooke

Günter Nooke (CDU), "Persönlicher Afrikabeauftragter" der Bundeskanzlerin, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden." Nooke weiter: "Leider erschweren Sätze wie die von Herrn Tönnies jede konstruktive Diskussion. Wir müssen uns alle um eine angemessene Sprache bemühen. Jeder sollte sich mit Respekt behandelt fühlen."

Tönnies vorm Schalker Ehrenrat

WDR 5 Politikum - Kommentar 07.08.2019 01:20 Min. Verfügbar bis 06.08.2020 WDR 5

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Die Sportschau in 100 Sekunden 02:02 Min. Verfügbar bis 06.08.2020

Stand: 07.08.2019, 20:56

Kommentare zum Thema

82 Kommentare

  • 82 Peter Schell 09.08.2019, 18:56 Uhr

    völlig übertrieben die Reaktion,da hat die Fürstin Gloria von Thurn u. Taxis ganz andere Worte gebraucht vielleicht bauscht die Presse alles auf.

  • 81 Wilfried 09.08.2019, 14:58 Uhr

    Ich bin ja mal gespannt, ob Phillip Köster, wenn bei den nächsten Fußballspielen die Fußballchaoten wieder im Stadion radalieren und Bengalos abbrennen auch von einem Skandal schwafelt.

  • 80 Karl 09.08.2019, 14:30 Uhr

    Eine völlig übertriebene Reaktion, von den Medien hoch gekocht wie so oft. trauriges Deutschland,,,,,

  • 79 Anonym 08.08.2019, 21:59 Uhr

    Das war es für mich mit dem FC Schalke 04.

  • 78 D.Garlichs,Wetter 08.08.2019, 13:25 Uhr

    Haben wir nicht genug andere Probleme?In keinem anderen Land der Welt würden die Äusserungen von Herrn Tönnies dermassen hochgespielt.Was ist nur aus unserem Staat geworden?

  • 77 W.Aarts, Mönchengladbach 08.08.2019, 12:21 Uhr

    Welch ein Wirbel um einen sehr blöden Spruch wofür der Herr Tönnies sich öffentlich entschuldigt hat. Wäre es ein Spruch mit bezug auf einen Italiener, Spanier oder Holländer wären die Wogen nicht so gross. Gucken wir alle mal in den Spiegel und fragen uns wie oft wir "Witze"machen über Andere und wie sie gemeint sind. Lieber einen "Scherz"als ignorieren. Lasst uns mal hinschauen was dieser "Witzbold"tut nicht was er sagt. Ich möchte es nicht bagatellisieren aber wenn Prinz Philip etwas blödes brüllt oder einen Verkehrsunfall verursacht wo er mit einen Blumenstrauss davonkommt . Wir trauern um die Opfer von Dayton und El Paso rufen wir den Donald Trump zur verantwortung ? Wir sind alle Menschen und machen Fehler , wer zu seine Fehler steht und sich entschuldigt sollte man nicht noch weiter jagen. "Wer ohne Fehler ist werfe den ersten Stein" Wenn Clemens Tönnies es schafft es mit Taten wieder gut zu machen.......

  • 76 Helga 08.08.2019, 12:20 Uhr

    Die Äußerung ist etwas unverschämt, aber nicht rassistisch. Die Wortwahl ist unglücklich, aber man sollte daraus nicht einen Aufstand provozieren, damit macht man die Sache noch schlimmer.

    Antworten (1)
    • W.Aarts, Mönchengladbach 08.08.2019, 12:43 Uhr

      Ich bin gespannt ob die Frau von der Leyen auch 3 Monate ihr Amt ruhen lässt jetzt wie sich herausgestellt hat dass sie 150.000.000 euro an Beratung ausgegeben hat. Nein..........sie bekommt das höchste Amt in der EU, was das wohl einen Wirbel gibt.

  • 75 Kurt J. 08.08.2019, 11:02 Uhr

    Jeder mag über die Äußerungen von Herrn Tönnies auf seine Art beurteilen. Den WDR alerdings als objektive Instanz zu bebewerten wäre Fatal. Seine Beurteilungen läßt er sich vornehmlich von denen bewerten, die auch dem geistigen Umfeld der Redaktion entspricht. Warum frage ich mich, läßt er z. B. immer öfter die "Süddeutsche" kommentieren, wo wir doch mit WAZ, Rheinische Post, etc. div. gute Tageszeitungen in NRW besitzen? Ist etwa der politische Standpunkt entscheidend?

    Antworten (4)
    • Richard 08.08.2019, 11:33 Uhr

      @Kurt J.: "Ist etwa der politische Standpunkt entscheidend?". Sollte (in einer Demokratie) zwar nicht so sein, aber was Deutschland betrifft: ein klares "Ja!" - sog. "Haltungsjournalismus".

    • Dirk Heintze 08.08.2019, 11:34 Uhr

      @ Kurt J. Ja, das fällt mir auch seit längerem auf. Genauso, wie Entscheidungen willkürlich erscheinen, welches Thema man kommentieren darf und bei welchen Themen dies nicht vorgesehen (gewünscht) ist. Dies betrifft im Übrigen auch viele WDR-Moderatoren, die immer häufiger die eigene politische/gesellschaftliche Meinung einfliessen lassen und nicht mehr neutral berichten. Häufig zu hören z.B. bei Interviews, wo gegenteilige Meinungen ganz schnell 'weggewischt' werden, um demgegenüber 'genehme' Standpunkte besonders hervorzuheben und zu unterstreichen. Das alles natürlich im Kontext mit der heutigen politschen Korrektheit bzw. dem gegenwärtigen Zeitgeist.

    • Colonius 08.08.2019, 13:19 Uhr

      Aus diesem Grund schaue ich mir die"Aktuelle Stunde" - abgesehen vom Wetterbericht - auch nicht mehr an. Aber selbst bei diesem geht mit das oft so banale platte gegenseitige Bewitzeln auf den Keks.

    • Gerd 09.08.2019, 19:20 Uhr

      WDR ist schon lange nicht mehr objektiv. Schaut man die Kommentare bei Facebook an, weiß man, wo die politische Richtung einzuordnen ist. Dem Staatsauftrag der neutralen Berichterstattung kommt man noch lange nicht mehr nach. Dem Kommentar von Thomas Fischer kann man vollinhaltlich nur zustimmen.

  • 74 CK 08.08.2019, 10:49 Uhr

    War - Kinder statt Inder - diskriminierend oder rassistisch? Wie war die Reaktion damals. Wie wurde das gewertet? Ist Herr Rüttgers wegen dieser Äußerung zurück getreten als es um das Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland ging? Wird mit zweierlei Maß geurteilt?

  • 73 LinksGrüneWorkingClass 08.08.2019, 10:34 Uhr

    Ein witz was die ewig gestrigen braunen hier wieder Posten. "uns deutsche" "überschwemmung von Merkels vergewaltigern" "von Meinungsfreiheit gedeckt". Hauptsache irgendwen abwerten und diskreditieren um sich selbst besser zu fühlen und die eigene Verantwortung abzuwenden. Das was Tönnies sagte ist Rassistisch da gibt es für mich keine Diskussion drüber und ja man kann und sollte auch Institutionen wie den "Ethikrat" dafür angreifen das Sie dies nicht anerkennen. Dies ist teil der Demokratie, dem zu wiedersprechen den man Wählte. Auch was Gniffke sagt ist für mich einfach Quatsch, wenn etwas Rassistisches geäußert wurde, muss dies benannt werden und darf nicht runter gespielt werden weil einem die Person bisher nicht aufgefallen ist, den nur durch solche ignoranz wird Rassismus alltagstauglich und landet wieder am Stammtisch ohne das irgendwer sich dazu Äußert. Als Öffentliche Person und vorzeige Schalker sollte Tönnies nicht zurück tretten, er muss raus geworfen werden.

  • 72 Haxen 08.08.2019, 10:03 Uhr

    Sonderbar, das diese ganzen Fleisch- und Wurst-Typen (Tönnies, Hoeneß) im deutschen Fußball der Ansicht sind, die Welt erklären und maßregeln zu können. Ein sogenannter Ehrenrat, welcher "nur" eine Diskriminierung sieht , rollt rechten Kräften den roten Teppich aus.

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