Islamistisches Netzwerk: Razzia gegen zwei Vereine aus NRW

Razzia gegen Islamisten-Netzwerk WDR aktuell 10.04.2019 01:50 Min. Verfügbar bis 10.04.2020 WDR

Islamistisches Netzwerk: Razzia gegen zwei Vereine aus NRW

  • Bundesweite Razzia gegen islamistisches Netzwerk
  • Zwei Vereine aus NRW im Fokus
  • Verdacht auf Unterstützung der Hamas

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia ist die Polizei am Mittwoch (10.04.2019) gegen zwei islamische Vereine aus NRW vorgegangen, die an der Spitze eines Netzwerks stehen sollen. Nach WDR-Informationen hat es keine Festnahmen gegeben.

Krisenhilfe nur Tarnung?

Die beiden Vereine Ansaar International mit Hauptsitz in Düsseldorf und WWR Help (World-Wide-Resistance-Help) mit Hauptsitz in Neuss leisten nach eigenen Angaben Hilfe für Notleidende in Kriegsgebieten.

Nach Überzeugung des Bundesinnenministeriums ist das aber nur Tarnung. Die Gruppen würden vielmehr an der Spitze eines bundesweit agierenden islamistischen Netzwerkes stehen.

Verdacht auf Unterstützung der Hamas

So gebe es Ansatzpunkte, dass die Organisationen die radikalislamische Palästinensergruppe Hamas finanziell und propagandistisch unterstützen.

Ansaar International weist die Anschuldigungen gegenüber dem WDR zurück: "Unsere Projekte im Gazastreifen sind offen und beziehen sich ausschliesslich auf Trinkwasser, Elektrizität und Nothilfe", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Wir verabscheuen Radikale."

Gazastreifen: Hamas ruft zu friedlichen Protesten auf

WDR 5 Morgenecho - Interview 29.03.2019 05:47 Min. Verfügbar bis 28.03.2020 WDR 5

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Durchsuchungen in neun Bundesländern

Die Razzia lief insgesamt in neun Bundesländern. Etwa 90 Objekte wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen untersucht. In NRW waren die Beamten neben Neuss und Düsseldorf in sieben weiteren Städten im Einsatz, darunter Münster, Köln, Duisburg und Aachen.

"Wer unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Hamas unterstützt, missachtet fundamentale Wertentscheidungen unserer Verfassung", teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit. Dadurch werde auch das Engagement der vielen Hilfsorganisationen diskreditiert, die "sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zur Neutralität verpflichtet haben". NRW-Innenminister Herbert Reul sagte: "Für Terroristen darf es aus Nordrhein-Westfalen keine Unterstützung geben."

Stand: 10.04.2019, 18:03

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