NRW-Beamte sollen mit Mafia gekungelt haben

Polizisten verlassen das Wohnhaus eines Italieners in Pulheim

NRW-Beamte sollen mit Mafia gekungelt haben

  • Beamte sollen Dienstgeheimnisse an Mafia verraten haben
  • Innenminister Reul lobt Razzia gegen 'Ndrangheta
  • 18 Festnahmen in NRW

Reichen die Arme des organisierten Verbrechens in NRW bis in die Dienststellen der Behörden? Einen Tag nach der Razzia gegen die Mafia-Organisation 'Ndrangheta mit 18 Festnahmen in NRW wird gegen fünf Beamte wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag (06.12.2018).

Dabei handele es sich um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der Stadt Wesseling bei Köln und eine ehemalige Mitarbeiterin des Jobcenters Duisburg. Sie sollen Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben.

Laut Staatsanwaltschaft haben die Beschuldigten dafür keine finanzielle Gegenleistung erhalten und auch keine Ermittlungen gegen die Mafia gefährdet.

18 Personen festgenommen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete die Razzia vom Mittwoch (05.12.2018) als "extrem erfolgreichen Vorgang, auch europaweit". Es seien auch drei Personen in Berlin aufgespürt worden, die von der Kölner Polizei gesucht würden.

Die Verdächtigen werden der mächtigen Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet, die ihre Wurzeln in Kalabrien hat. Ihnen wird unter anderem Betrug in Millionenhöhe und bandenmäßiger Kokainhandel vorgeworfen. Die Kölner Polizei legt den Verdächtigen 23 Fahrten mit je 80 Kilogramm Kokain zur Last.

Mafia kann "immer noch ungehindert" Kontakte pflegen

WDR 5 Morgenecho - Interview | 06.12.2018 | 06:06 Min.

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Italienische Ermittler berichteten unterdessen, dass aus Lokalen im niederrheinischen Brüggen der Transport von Kokain aus Lateinamerika über Holland, Belgien und Deutschland bis nach Italien gesteuert worden sei.

Stand: 06.12.2018, 18:31

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