Demonstrationen in NRW gegen Rassismus

Demonstrationen in NRW gegen Rassismus

  • Demos gegen Rassismus in vielen NRW-Städten
  • Proteste in Köln und Aachen am Sonntag
  • Laut Polizei friedlicher Verlauf

In mehreren Städten in NRW haben auch am Sonntag (07.06.2020) Demonstrationen gegen Rassismus stattgefunden - unter anderem in Aachen und Köln. Laut Polizei verliefen die Proteste friedlich. Anlass für die Kundgebungen ist der Tod des Schwarzen George Floyd bei einer Polizeiaktion in den USA.

Am Aachener Hauptbahnhof protestierten etwa 500 Menschen - unter anderem mit einer Schweigeminute und einem Kniefall. Damit wollten die Teilnehmer ein Zeichen der Solidarität mit Floyd und den Anti-Rassismus-Protesten in den USA setzen.

Rassismus sei aber kein rein amerikanisches Problem, hieß es in den verschiedenen Reden danach, auch in Deutschland gebe es rassistisch motivierte Polizeigewalt und Fremdenfeindlichkeiten.

Auch in Köln haben am Sonntag erneut hunderte Menschen gegen Rassismus demonstriert. Die Aktion am Neumarkt richtete sich nach Angaben der Veranstalter gegen jede Form von Rassismus.

Um 15 Uhr fand eine Kundgebung statt, anschließend zogen die Teilnehmer zur Deutzer Werft. Laut Polizei verlief die Demonstration friedlich. Offizielles Ende war um 18 Uhr.

Bereits am Samstag (06.06.2020) waren in NRW tausende Menschen auf die Straße gegangen und hatten gegen Rassismus demonstriert. "Diskriminierung, soziale und ökonomische Ausgrenzung sowie körperliche Angriffe bis hin zum Mord von Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind ein globales Problem."

So heißt es in einer Mitteilung der Organisatoren von mehreren "Silent Demos", die unter anderem in Dortmund, Düsseldorf und Lippstadt stattfanden. Dort wurde schweigend gegen Rassismus protestiert.

"Silent Demo" in Düsseldorf

Ganz still lief die Demo in Düsseldorf allerdings nicht ab. Immer wieder waren dort Rufe wie "Black Lives Matter" und "No Justice, No Peace" zu hören.

"Black Lives Matter"-Demo

Tausende Demonstranten am Landtag in Düsseldorf

Bei den Protesten in der Innenstadt und am Landtag kamen laut Veranstaltern rund 10.000 Menschen zusammen - gerechnet hatten sie mit 2.000 Teilnehmern. "Wir haben genug gesehen und zu lange nichts getan. Es ist Zeit, tätig zu werden", erklärte die 23-jährige Demo-Leiterin Sephora Bidiamba.

"Nein zu Rassismus" in Dortmund

Mehrere Demonstranten halten Schilder gegen Rassismus hoch.

Dortmund Innenstadt, Demo gegen Rassismus

Auch in Dortmund war es am Samstag voll: 4.000 bis 5.000 Menschen trafen sich in der Innenstadt zu einer friedlichen Demo: "Nein zu Rassismus", "Gemeinsam sind wir stark", "Separated By Hate, United in Love" stand auf den Plakaten, die dort gezeigt wurden.

Über zehntausend Demonstranten in Köln

Zwei Frauen auf der Black Live Matter Demo in Köln. Eine der Frauen hält ein Schild hoch, auf dem steht: "Black Lives Matter". Im Hintergrund sieht man noch Demonstranten und die Severinsbrücke.

"Black Lives Matter"-Demo in Köln

In Köln kamen am Samstagnachmittag nach Angaben der Veranstalter über 10.000 Menschen unter dem Motto "Black Lives Matter" an der Deutzer Werft zusammen. Auch hier waren es deutlich mehr als erwartet. Ursprünglich war eine Demonstration mit 500 Teilnehmern angemeldet worden.

Die meisten Teilnehmer waren schwarz gekleidet. Sie protestierten teils schweigend, teils mit Plakaten und Sprechchören. Zu Beginn der Demo wurden die letzten Worte von George Floyd vorgelesen. Josef Kolisang, einer der Veranstalter, sagte gegenüber dem WDR: "Unsere Gesellschaft hat Rassismus-Probleme. Denen muss sich jeder einzelne stellen."

#blacklivesmatter-Demo in Köln WDR 06.06.2020 18:41 Min. Verfügbar bis 06.06.2021 WDR

Aktionen in vielen NRW-Städten

Auch in Aachen, Leverkusen, Gütersloh und Gronau finden oder fanden an diesem Wochenende Demonstrationen statt. In Bielefeld zogen mehrere hundert Menschen vom Bahnhof zum Rathaus. Sie riefen dabei "I Can't Breathe" und "Solidarität heißt Widerstand." In Bonn trafen sich etwa 500 Menschen auf dem Münsterplatz. Nach dem Ende der Demo legten die Demonstranten ihre Schilder als Mahnmal am Bonner Münster ab.

Black Lives Matter Demos in NRW

In mehreren NRW-Städten haben Menschen gegen Rassismus protestiert. Hintergrund ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA.

Mehrere Demonstranten auf der Black Live Matter Demo, die ihre Faust heben und Schilder hochhalten. Auf einem Schild steht: "No justice, no peace".

Demo-Teilnehmer in Köln halten Schilder hoch, auf denen unter anderem steht: "Stop Police Brutality" (Stoppt Polizeigewalt). Die Veranstalter der Kundgebung hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet: Ursprünglich hatten sie 500 Personen angemeldet - es kamen aber schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen.

Demo-Teilnehmer in Köln halten Schilder hoch, auf denen unter anderem steht: "Stop Police Brutality" (Stoppt Polizeigewalt). Die Veranstalter der Kundgebung hatten nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet: Ursprünglich hatten sie 500 Personen angemeldet - es kamen aber schätzungsweise mehr als 10.000 Menschen.

Da so viele Menschen ihre Stimme gegen Rassismus erheben wollten, musste der Veranstaltungsort der Demo von der Domplatte zur Deutzer Werft verlegt werden.

Zwei Frauen vor der Kölner Severinsbrücke. Auf ihrem Schild steht "Black Lives Matter" - schwarze Leben zählen. Unter diesem Schlagwort ist eine internationale Bewegung entstanden, die in den USA ihren Anfang nahm.

Während der Kundgebung wurde acht Minuten und 46 Sekunden lang geschwiegen. Die Zeitspanne, in der der Afroamerikaner George Floyd um sein Leben kämpfte. Er kam bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis um.

Die Teilnehmer in Köln trugen Mund-und-Nasen-Masken. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und zeigte sich zufrieden: Die Demo blieb friedlich.

Nicht nur in Köln wurde protestiert - auch in anderen NRW-Städten waren Demonstranten unterwegs. Beispielsweise in Düsseldorf. Dort sollte bei einer "Silent Demo" schweigend gegen Rassismus protestiert werden. Ganz so still lief sie aber nicht ab: Immer wieder waren Rufe wie "Black Lives Matter" zu hören.

In Paderborn hatten sich 120 Menschen im Stadtzentrum versammelt und protestestierten unter anderem, indem sie acht Minuten und 46 Sekunden schwiegen. So lange hatte ein Polizist in Minneapolis sein Knie in den Nacken von George Floyd gepresst, der wenig später verstarb.

Stand: 07.06.2020, 19:13

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