Wie Schüler durch den Ramadan gekommen sind

Ein Mädchen mit Kopftuch sitzt im Klassenzimmer und hebt die Hand.

Wie Schüler durch den Ramadan gekommen sind

Von Andreas Sträter

  • Ramadan geht zu Ende
  • Fastenmonaten fiel in diesem Jahr in Prüfungsphase
  • Gab es Probleme mit fastenden Kindern?

Der Fastenmonat Ramadan 2018 geht zu Ende, am Wochenende (16./17.06.2018) wird das Fest des Fastenbrechens gefeiert. Zu Beginn des Ramadan hatte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte darauf aufmerksam gemacht, dass das Fasten für Kinder aus medizinischer Sicht ungesund sei. Wir wollten wissen, was der Aufruf gebracht hat.

"In Düsseldorf hatten wir in diesem Jahr den Eindruck, dass der Aufruf gefruchtet hat", sagt der Düsseldorfer Kinderarzt Hermann Josef Kahl, zugleich Sprecher des Berufsverbandes.

Auch Edwin Ackermann, Kinderarzt aus Tönisvorst, beruhigt: "In unserer Gemeinschaftspraxis hatten wir keinen einzigen Fall, bei dem wir einen Fastenzusammenhang vermutet hätten."

Fehlendes Trinken schwierig

Keine gravierenden Vorfälle, aber ein immerwährendes Thema: So lässt sich die Erfahrung von Julia Gajewski, Schulleiterin der Gesamtschule Bockmühle in Essen-Altendorf, zusammenfassen.

Gerade an den heißen Tagen der vergangenen Woche sei es ein Problem gewesen, wenn Schüler nicht getrunken hätten, sagt sie. Manchen Eltern sei die Tradition überaus wichtig – hier sei Vermittlung wichtig, aber auch schwierig.

Das Besondere in diesem Jahr: Der Ramadan fiel in einen Zeitraum, in dem viele Prüfungen anstanden. Zudem waren die Tage zwischen Mitte Mai und Juni sehr lang und überdurchschnittlich heiß.

Moscheen sind gefragt

Amine El Adel, Sprecher der Attawba Moschee in Münster

Amine El Adel, Sprecher der Attawba Moschee in Münster

Amine El Adel, Sprecher der Attawba Moschee in Münster, sieht bei diesem Thema nicht nur die Eltern, sondern auch die Moscheen in der Pflicht. Es gehe um Verhältnismäßigkeit. Er spricht sich aber gegen ein generelles Fasten-Verbot aus: "Wir müssen die Kinder richtig informieren und auf die Freiwilligkeit hinweisen", sagt El Adel. Er selbst hat schon im Alter von zehn Jahren begonnen zu fasten. "Ich wollte das von ganz alleine."

Was macht der Ramadan mit dem Körper?

WDR 5 Leonardo Top Themen | 01.06.2018 | 06:01 Min.

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El Adel hat den Kindern deshalb dazu geraten, kurz vor der Morgendämmerung zu essen und zu trinken, damit sie fit in den Tag starten können. "Kinder stehen unter besonderem Schutz, aber man sollte es auch dem Willen des Kindes überlassen, ob es fasten möchte."

Das Fasten während des Ramadan sei auch ein Schritt des Erwachsenwerdens, sagt er.

Islamrat empfiehlt Fasten für Kinder

Der Islamrat hingegen empfiehlt Kindern ausdrücklich, das Fastengebot im Ramadan einzuhalten. Vom Fasten seien nur Reisende, Kranke und Schwangere befreit, heißt es. Jugendliche würden nach islamischen Recht als mündig im religiösen Sinne betrachtet.

Stand: 14.06.2018, 06:00

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