Ramadan hat begonnen: Zeit der Reinigung und Begegnung

Ramadan in Deutschland

Ramadan hat begonnen: Zeit der Reinigung und Begegnung

  • Fastenmonat Ramadan hat am Montag begonnen
  • Vier Wochen Verzicht auf Essen und Trinken
  • Zeit der Begegnung auch mit Nicht-Muslimen

Der Fastenmonat Ramadan hat am Montag (06.05.2019) begonnen – und damit für viele der 1,5 Millionen Muslime in NRW eine besonders wichtige Zeit. Während des spirituellen Fastenmonats verzichten sie tagsüber nicht nur auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Er dient auch der Besinnung und soll genutzt werden, Bedürftigen zu helfen.

Aktuelle Entwicklungen geben dem Monat eine neue Bedeutung: "Der Monat Ramadan ist zunehmend auch der Monat der Begegnung", so Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats, der nach eigener Aussage mehr als 400 Moscheegemeinden in ganz Deutschland vertritt, 150 davon in NRW.

Die Anschläge in Christchurch, Sri Lanka und Kalifornien auf Kirchen, Synagogen und Moscheen zeigten, "dass es Menschen gibt, die es auf das gesellschaftliche Miteinander abgesehen haben". Das gemeinsame Fastenbrechen sei "eine gute Gelegenheit, diesen zu zeigen, dass ihr Hass uns nicht entzweien kann".

Zum Fastenbrechen kommen auch Nicht-Muslime

Muslime treffen sich in der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde in Köln zum Fastenbrechen (Foto vom 17.05.2018)

Fastenbrechen in Köln

Zum allabendlichen Fastenbrechen laden die Moscheengemeinden traditionell auch Nachbarn oder Bedürftige ein. Seit einigen Jahren kommen aber auch immer öfter Vertreter der Kirchen sowie Politiker: Die Ditib, größte Islam-Organisation in Deutschland, lädt am 10. Mai zum Fastenbrechen nach Köln ein.

Hingabe an Gott wichtiger als Essen und Trinken

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Üppiges Iftar-Mahl

Der Ramadan beginnt jedes Jahr an einem anderen Tag, weil er sich nach dem Mondkalender richtet, ähnlich wie das christliche Osterfest. Der Fastenmonat ist eine der fünf Säulen des Islam – zusammen mit täglichen Gebeten, der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gebot und dem Almosengeben. Er soll zeigen, dass die Hingabe an Gott wichtiger ist als die menschlichen Bedürfnisse, und verpflichtet zu guten Taten.

Der Ramadan-Kalender

WDR 3 Kultur am Mittag 03.05.2019 05:54 Min. WDR 3

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Grußwort der Kirchen zum Fastenmonat

Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan erinnerten die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche in NRW an die Fähigkeit der Religionen, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stiften. Die Repräsentanten der beiden Erzbistümer und drei Bistümer sowie der drei evangelischen Landeskirchen richteten eine Grußbotschaft an Muslime.

Mit Blick auf die Europawahl verwiesen sie auf den lauter werdenden Ruf nach Abgrenzung. Jedoch werde kein Land die Herausforderungen alleine bestehen. "Deshalb müssen wir immer wieder unsere Erfahrung und unser Potenzial für Versöhnung und Kooperation in Erinnerung bringen", erklärten die Unterzeichner des Grußworts.

Zum Schluss ein Zuckerfest

Ein Kind posiert 2015 in Berlin zum Auftakt des Fastenmonats Ramadan mit einem Ramadan-Kalender.

"Happy Ramadan!"

Das gemeinsame Fastenbrechen am Abend wird als großes Fest begangen, zum Iftar gibt es in den Familien häufig ein Festmahl. Am Ende des Ramadan (dieses Jahr am 3. Juni) wird wieder gefeiert: Dann wird das Zuckerfest begangen – mit vielen Süßigkeiten für die Kinder.

Stand: 06.05.2019, 16:44

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