Verdacht auf Coronavirus? Was dann passiert

Verdacht auf Coronavirus? Was dann passiert

  • Bei Verdacht auf Corona Quarantäne oder Isolierung
  • telefonische Kontrolle bei Isolierung zuhause
  • Kölner Gesundheitsamt: NRW gut auf Corona vorbereitet

Die rund 90 Deutschen, die am Wochenende wegen des Corona-Virus aus China ausgeflogen wurden, sind für zwei Wochen lang in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz in Quarantäne. Es durfte nur mitfliegen, wer keine Krankheitssymptome aufwies. Verpflichtend war die Evakuierung aus China nicht.

Mit der Quarantäne im südpfälzischen Germersheim sollen mögliche Ansteckungen in der Inkubationszeit vermieden werden. Damit sich auch während der Rückreise keine Gefahr für die Bevölkerung ergab, gab es für die Passagiere nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine durchgängige medizinische Begleitung.

Bei Verdacht auf das Virus: Quarantäne oder Isolierung

Bei einem Verdacht auf Corona ist die Quarantäne eine erfolgreiche Methode, um Ansteckungen zu vermeiden, aber grundsätzlich nicht zwingend. Die Lebensumstände, in denen die Diagnose gestellt wird, würden über die Durchführung einer Quarantäne entscheiden, sagte Gerhard Wiesmüller, Leiter des Kölner Gesundheitsamtes und Facharzt für Infektions- und Umwelthygiene, dem WDR. Auch die Isolierung sei eine Alternative.

Corona-Virus: "Nicht so gefährlich wie Ebola"

WDR 5 Morgenecho - Interview 31.01.2020 04:26 Min. Verfügbar bis 30.01.2021 WDR 5


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Die Isolierung kann im Krankenhaus erfolgen, dort gibt es aber das große Risiko, dass sich Menschen mit anderen Krankheiten bei Fehlern auch noch das Corona-Virus holen. Sie können dann besonders schwere Corona-Krankheitsverläufe erleben.

Das ist ein Argument dafür, Menschen mit dem Erreger bei sich zuhause zu isolieren. Dort werden die Betroffenen behördlich kontrolliert, allerdings nicht so streng wie bei hochgefährlichen Erregern wie Ebola oder Lassa. "Hier wird eine Empfehlung ausgesprochen und die Kontaktpersonen und die verdächtigen Personen werden telefonisch überwacht", erklärt Wiesmüller. Verantwortlich dafür ist das jeweils zuständige Gesundheitsamt.

Koordination zwischen Behörden soll für NRW funktionieren

Wiesmüller ist der Ansicht, dass NRW gut auf das Corona-Virus vorbereitet ist. Es gebe einen funktionierenden Informationsfluss zwischen der WHO, europäischen Gesundheitsbehörden, dem Robert-Koch-Insitut, dem Landeszentrum Gesundheit NRW und dem Kölner Gesundheitsamt, das er leitet.

Bei Krankheitssymptomen rät Wiesmüller, sich schnellstens bei den Gesundheitsbehörden zu melden: für sich selbst, weil das Corona-Virus in Kombination mit Grunderkrankungen gefährlich verlaufen kann, und zum Schutz der Mitmenschen.

Stand: 31.01.2020, 10:01

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