Mutmaßliche Vergewaltigung in Mülheim: Angeklagte bestreiten Tat

Mutmaßliche Vergewaltigung in Mülheim: Angeklagte bestreiten Tat

  • Angeklagte erst 14 und 15 Jahren alt
  • Jugendliche bestreiten Vorwürfe
  • Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
  • Neun Prozesstage geplant

Am Landgericht Duisburg hat am Dienstag (07.01.2020) der Prozess gegen drei Jugendliche begonnen, die im Sommer vergangenen Jahres in Mülheim eine junge Frau vergewaltigt haben sollen. Nach neun geplanten Prozesstagen will das Gericht im März ein Urteil fällen.

Minderjährige Angeklagte bestreiten Tat

Zum Prozessauftakt schwiegen die drei minderjährigen Angeklagten vor Gericht. Einer von ihnen bestreitet die Tat nach Angaben seines Anwaltes aber vehement.

Verteidiger Marc Decker sagte in der Prozesspause gegenüber dem WDR, dass sein Mandant von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr mit der jungen Frau ausgegangen sei. Der Jugendliche wolle sich aber wie die beiden anderen Angeklagten 14- und 15-Jährigen nicht im Verfahren äußern.

Zwei strafunmündige Jungen nicht vor Gericht

Einer der Angeklagten soll laut Staatsanwaltschaft das damals 18 Jahre alte Opfer zu einem Treffpunkt bestellt haben. Von dort sollen insgesamt fünf Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren die junge Frau in ein Waldstück gebracht und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Weil die Angeklagten erst 14 und 15 Jahre alt sind, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Gegen die beiden damals zwölfjährigen Jungen, die an der Tat beteiligt gewesen sein sollen, wurden die Ermittlungen eingestellt. Sie sind wegen ihres jungen Alters nicht strafmündig. Den drei Angeklagten drohen bei einer Verurteilung mehrere Jahre Jugendgefängnis. Einem der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft außerdem vor, dasselbe Opfer bereits zuvor vergewaltigt zu haben.

Die Tat in Mülheim an der Ruhr hatte im Juli 2019 besonders wegen des Alters der Beschuldigten bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die drei Angeklagten sind bulgarische Staatsbürger. Die Familien leben schon längere Zeit in Deutschland.

Die Stadt Mülheim hat nach der Tat mehrere Versuche unternommen, die Familien der Angeklagten abzuschieben. Einer der damals zwölfjährigen Tatverdächtigen ist mit seiner Familie inzwischen nach Bulgarien gezogen.

Stand: 07.01.2020, 14:14

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