Protestaktionen zum Weltspartag

Aktivisten protestieren in Köln anlässlich des Weltspartags

Protestaktionen zum Weltspartag

Von Nina Giaramita

  • Sparkassen sollen klimaschädliche Investitionen meiden
  • Umweltschutzorganisationen protestierten vor Filialen
  • Aktionen unter anderem in Köln, Bonn und Düsseldorf

Dieses Jahr gab es zum Weltspartag in den Sparkassen-Filialen in NRW den plüschigen Delfin Trixie - für alle Kinder, die ihr volles Sparschwein vorbeibrachten. Die jungen Sparer konnten außerdem selbst gemalte Bilder abgeben und erhielten das Versprechen, dass für jedes eingereichte Kunstwerk an eine Klimaschutzorganisation gespendet wird.

"Wir verbinden den Weltspartag schon seit mehreren Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit", so der Sprecher der Sparkasse KölnBonn. Das Thema werde für die Kunden sowie auch für das Unternehmen selbst immer wichtiger. Daher habe man sich inzwischen verpflichtet, bei Eigenanlagen nicht mehr in die Produktion von "geächteteten Waffensystemen" sowie in Kohle-Unternehmen zu investieren.

Proteste gegen klimaschädliche Investments

Broschüre "Ihr habt doch einen Knax"

Protest-Broschüre "Ihr habt doch einen Knax"

Der Nichtregierungsorganisation urgewald und dem in Köln ansässigen Verband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre reicht das jedoch längst nicht. Anlässlich des Weltsparkassentags hatten sie vorab zu Protesten aufgerufen. Unter anderem gab es in Bonn, Düsseldorf und Köln Aktionen vor den örtlichen Sparkassen.

Die beiden Organisationen kritisieren vor allem, dass die Sparkassen ihren Kunden immer noch Produkte wie den Deka-Fonds "RheinEdition" anbieten. "Der Fonds investiert in klimaschädliche Steinkohle-Konzerne und umstrittene Rüstungsfirmen wie Rheinmetall", so Markus Dufner von den Kritischen Aktionären.

Kollektives Protest-Geldabheben

Der NGO zufolge sind die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Institute dem Gemeinwohl verpflichtet - daher müsse man sich von solchen Finanzprodukten konsequent verabschieden.

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Sparkassen-Mitarbeiter in Köln informieren über nachhaltige Finanzprodukte

Ein eigener Sparkassen-Stand gegen die Aktionen vor Ort

Aus Protest riefen die Aktivisten unter anderem zum kollektiven Geldabheben an den Sparkassen auf und verteilten Info-Flyer. Um dem etwas entgegen zu halten, hatte die Sparkasse sich vor ihrer eigenen Filiale in der Kölner Innenstadt mit einigen Mitarbeitern postiert. "Wir wollen auf Kunden zugehen und unseren eigenen Standpunkt dazu erläutern", so Sparkassensprecher Jörg Wehner.

Nachhaltigkeit prüfen

Nach Darstellung der Sparkasse haben die Kunden längst die Möglichkeit, ihr Geld nachhaltig zu investieren. Die Verbraucherzentrale NRW rät jedoch dazu, kritisch zu prüfen, wie nachhaltig die Produkte der Banken tatsächlich sind. "Manche Fonds schließen lediglich das Investment in bestimmte Unternehmen aus, andere legen das Geld aber zudem in grüne Branchen wie Erneuerbare Energien an", sagt Finanzberater Ralf Scherfling.

Bei allem Engagement solle man die Rendite nicht ganz aus den Augen lassen. "Es hilft nichts, mit gutem Gewissen arm zu werden", so Scherfling.

Stand: 30.10.2019, 15:41

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