Statistik: Rund 9.300 Prostituierte in NRW registriert

Rückansicht einer Prostituierten, die wartend zwischen Kraftfahrzeugen steht.

Statistik: Rund 9.300 Prostituierte in NRW registriert

  • Tausende Prostituierte in NRW angemeldet
  • Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes
  • Anmeldestrukturen noch im Aufbau

In keinem anderen Bundesland gibt es so viele offiziell angemeldete Prostituierte wie in NRW. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag (26.11.2019) in Wiesbaden veröffentlicht hat. Demnach waren in NRW Ende 2018 rund 9.300 Prostituierte nach dem Prostituiertenschutzgesetz registriert.

Deutschlandweit gehen rund 32.800 Menschen offiziell dem Gewerbe nach. Zudem gibt es derzeit 209 gemeldete Prostitutionsgewerbe in NRW. Darunter fallen Bordelle, aber auch Prostitutionsvermittlungen oder Fahrzeuge. Bundesweit gibt es nach der Statistik rund 1.600 angemeldete Etablissements.

So sollen Prostituierte besser geschützt werden

Prostitutierte besser vor Ausbeutung und Gewalt schützen – das ist das Ziel des sogenannten Prostituiertenschutzgesetzes. Es ist seit dem 1. Juli 2017 in Kraft. Seitdem muss gewerbsmäßige Prostitution bei der jeweiligen Kommune angemeldet werden. Zudem sind Prostituierte verpflichtet, sich in regelmäßigen Abständen gesundheitlich beraten zu lassen.

Ferner sieht das Gesetz eine Kondompflicht vor. Werbung für ungeschützten Sex gegen Geld ist verboten. Das Gesetz stößt nicht nur auf positive Resonanz. Verbände von Sexarbeitern und Sexarbeiterinnen kritisieren es. Sie befürchten eine massive Entrechtung und polizeiliche Reglementierung.

Betroffene reichten Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein

Prostituierte, Bordellbetreiber und Freier hatten im Jahr 2017 sogar eine Beschwerde gegen das Gesetz beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Die Regelungen träten Grundrechte von Sexarbeiterinnen mit Füßen, monierten die Kläger. Unter anderem würden das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung und die Freiheit der Berufswahl verletzt.

Sexarbeiterinnen würden gegängelt, bevormundet und kriminalisiert. Die Kläger bezeichneten das Gesetz als Farce und Heuchelei.

Organisation spricht von entwürdigenden Kontrollen

"Es ist ein Schandgesetz, das entwürdigende Kontrollen für Sexarbeiterinnen vorsieht und sie zu einer vogelfreien Randgruppe macht", hatte damals "Dona Carmen" erklärt. Die Organisation mit Sitz in Frankfurt am Main setzt sich für die Rechte von Prostituierten ein und hatte die Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht auf den Weg gebracht.

"Dona Carmen" forderte stattdessen, dass die Sexarbeiter-Branche schlicht dem Gewerberecht unterliegen sollte – "wie jede andere Branche auch". Das Bundesverfassungsgericht nahm indes die Beschwerde im Sommer 2018 nicht zur Entscheidung an und stellte klar: "Die Entscheidung ist unanfechtbar."

Prostituierte sollen sich über ihre Rechte informieren können

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums soll das Gesetz sicherstellen, dass Prostituierte verlässliche Informationen zu ihren Rechten und zu gesundheitlichen und sozialen Unterstützungsangeboten erhalten.

Durch Aufklärung und Beratung würden die Prostituierten gestärkt. Nur wer seine Rechte kennt, könne sie auch einfordern, so das Ministerium.

Schutz für Sexarbeiterinnen in NRW

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 01.07.2019 04:05 Min. Verfügbar bis 29.06.2020 WDR 5 Von Meriem Benslim

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Prostituiertenschutzgesetz seit 2017

Seit 2017 gibt es das Prostituiertenschutzgesetz. Danach müssen sich Prostituierte in Deutschland anmelden. Außerdem gibt es eine Genehmigungspflicht für Prostitutionsgewerbe. Weil sich die Strukturen für die Anmeldung im vergangenen Jahr aber noch im Aufbau befanden, hätten die Zahlen allerdings nur eine eingeschränkte Aussagekraft, so das Bundesamt.

Stand: 26.11.2019, 20:14

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