Probealarm: In NRW heulten die Sirenen

Archiv:  Eine Sirene ist auf einem Dach in Köln zu sehen.

Probealarm: In NRW heulten die Sirenen

Von Nina Giaramita

  • In NRW wurden die Sirenen getestet
  • Einige Kommunen konnten nicht teilnehmen
  • Anlagen müssen zum Teil erst wieder aufgebaut werden

Tausende Sirenen in NRW haben am Donnerstag (07.03.2019) ab 10 Uhr auf Kommando geheult. Zuletzt hatte solch ein Probealarm vor sechs Monaten stattgefunden - beim ersten landesweiten Warntag im vergangenen September.

"Komplettausfälle sind uns nicht bekannt geworden", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums nach dem Test.

Viele Städte ohne Sirenen

Allerdings war vorab schon klar gewesen, dass in diversen NRW-Städten die Sirenen still bleiben. Nicht wenige Kommunen müssen ihr Sirenennetz erst wieder aufbauen oder modernisieren. In Oberhausen beispielsweise sollen 45 geplanten Sirenenanlagen erst im kommenden September heulen.

Auch Münster konnte nicht an dem Sirenentest teilnehmen. Dort sind erst ein Viertel der neuen Sirenen installiert - die restlichen würden "mit Hochdruck" aufgebaut. Im Kreis Warendorf fehlen die Sirenen auf öffentlichen Gebäuden beinahe flächendeckend. Und auch in Ahaus, Bocholt, Dülmen, Greven, Emsdetten oder Rheine sind die Alarmsysteme noch nicht vollständig installiert.

Die Sirenen waren in den Neunziger Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges vielerorts abgebaut worden.

Verhalten im Notfall

Zunächst war um 10 Uhr ein einminütiger Dauerton ertönt, der "Entwarnung" bedeutete. Danach folgte eine fünfminütige Pause. Anschließend war ab 10.06 Uhr ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zu hören. Dabei handelte es sich um das eigentliche Warnsignal, das bei einem Notfall auf eine Gefahrenlage hinweist. Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schloss um 10:12 Uhr ein einminütiger Dauerton den Probealarm ab.

Die Bürger sollen im Ernstfall bei einer Auslösung des Signals geschlossene Räume aufsuchen, Türen und Fenster geschlossen halten und das Radio einschalten. Informationen und Verhaltenshinweise werden zudem über die Warn-App NINA herausgegeben.

Jede Kommune mit eigenem Konzept

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Sirenen in NRW mit 4.328 angegeben worden. Für den Wiederaufbau des Sirenennetzes hat das Innenministerium den Kommunen in den vergangenen Jahren 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zwingend vorgeschrieben ist die Installation von Sirenen jedoch nicht.

Nach Angaben des Ministeriums verfügt jede Kommune über ein eigenes Warnkonzept. Darunter fällt inzwischen auch die modernste Variante: die Warn-App NINA. Die Anwendung wies jedoch zuletzt Mängel auf. Beim landesweiten Warntag im September war der Server überlastet: Die Warnmeldung kam lediglich bei 94 Prozent der Abonnenten an - für den Katastrophenschutz ein schlechter Wert.

Was bedeuten die Sirenensignale?

Warnung: ein Dauerton von einer Minute, der an- und abschwillt

Entwarnung: ein Dauerton von einer Minute, der gleich bleibt

Stand: 07.03.2019, 15:35

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Olli 07.03.2019, 18:01 Uhr

    Bei uns in Bochum-Weitmar war wieder wie beim letzten Mal keine Sirene zu hören... schade!

  • 5 Klaus 07.03.2019, 17:20 Uhr

    Sirenen waren in Erwitte nicht zu hören. Waren im Industriegebiet bei Hella. Mehrere tausend Menschen sind da am arbeiten. Wenn so viele Kreise noch nicht fertig ausgerüstet sind mit Anlagen, warum wird wieder so ein Test durchgeführt ? Und die Warn App Nina hat sich diesmal nicht gemeldet. Deutschland im 21 Jahrhundert, in der Steinzeit waren Rauchzeichen wenigstens zu sehen....

  • 4 Ulli 07.03.2019, 16:16 Uhr

    Es ist nur sehr schade das man die sirenen in wuppertal wichlinghausen kaum hört. Im Ernst Fall wären wir die die draußen noch rum laufen. Weil wir hier kaum was mitkriegen wir haben ja keine ohren wie die Tiere die es doppelt so laut hören schade drum dann werde ich noch mal umziehen.

  • 3 Heiko Gerritzen-Oster 07.03.2019, 13:46 Uhr

    Ich kann mich noch gut daran errinert das in den 80zigern 2x im Jahr Probealarm gab. Vorallen finde ich es Schade das nach und nach die Warnämter sowie Sirenen aufgegeben wurden. Denn wer hat nachts Fernsehen Radio oder gar Smartphone an wenn ein Katastrophenfall Eintritt?? Hier in Ibbenbüren war nix zu hören von den Sirenen sehr schwach durch den Wind in den Angrenzenden Ortschaften. Deshalb muss wieder die gute alte Sirene auf dem Dach stehen und 2x im Jahr der Probealarm durchgeführt werden!!!!

  • 2 Michael 07.03.2019, 13:14 Uhr

    In der Slowakei gibt es zumindest in den Dörfern Lautsprecher, die an jeder x-ten Laterne hängen. Wenn es da irgendetwas gibt (z. B. um 10 Uhr wird das Wasser wegen Wartungsarbeiten vorübergehend abgestellt, oder eben auch Feuer- oder Gasalarm) wird erst wenige Minuten Musik gespielt, damit die Leute aufmerksam werden und dann werden die Durchsagen gemacht. Selbst schon erlebt. Mit App und Server überlastet is ja wohl ne Lachnummer. Selbst die Leute die ein Smartphone haben, haben das doch nicht die ganze Zeit laufen wenn denn überhaupt drauf. Und Radio haben, wie schon der andere Kommentator anmerkt, längst nicht alle. Höchstens bei den Autofahrern ist das nahezu flächendeckend aber eben auch nur während der Fahrt. Dann wäre da noch die Frage welcher Sender. Netflix und andere Streaming-Dienste lassen grüßen. Hab von dem Alarm aber nix gehört. Als ich das mal zu Hause hörte, war es Zufall, dass ich grade am offenen Fenster stand und bei genauem Hinhören überhaupt etwas wahrnahm.

  • 1 Frank W. 07.03.2019, 11:59 Uhr

    Habe heute zuerst nur den Alarm (nicht die vorherige Entwarnung) gehört und direkt die App NINA aufgerufen. Es gab nur die Warnung vor Sturmböen, kein Hinweis auf einen Probealarm. Radio im Büro ist leider nicht vorhanden bzw. gestattet. Wieso hat NINA nicht den Probealarm angezeigt? Was für ein Murks.

    Antworten (1)
    • Rainer K. 07.03.2019, 13:56 Uhr

      Moin Moin, auch bei mir in der App NINA, nur die Warnung der Sturmböen und im Essener-Nordviertel habe ich keine Sirenen gehört.

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