Tankrabatt auf Spritpreise - ein Pro und Contra

Stand: 16.03.2022, 17:18 Uhr

In Deutschland steigen die Spritpreise in ungekannte Höhen. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) schlägt nun einen Tankrabatt für alle vor. Ein Pro und Contra.

Pro von Frank Wörner

Ich halte den Tankrabatt von Christian Lindner für eine gute Idee. Er lässt sich schnell umsetzten. Und er hilft allen, die viel fahren müssen. Und zwar JETZT.

Frank Wörner - Portrait

Frank Wörner - Moderation

DASS der Finanzminister eingreifen muss, ist für mich logisch: Denn er selbst profitiert am meisten von den hohen Spritpreisen! Durch Mehrwertsteuer und CO2-Abgabe nimmt der Staat heute bei jedem Liter Benzin oder Diesel fast 30 Cent mehr ein als vor knapp zwei Jahren! Ein Tankrabatt wäre also vor allem ein Rabatt auf die stark gestiegenen Steuern und Abgaben.

Und er würde die entlasten, die viel fahren müssen: Natürlich die, die auf ihr Auto angewiesen sind um zur Arbeit zu kommen. Aber auch zum Beispiel die Taxifahrerin, die plötzlich für 100 Kilometer Strecke zehn Euro mehr zahlt. Oder den Spediteur, der wegen der hohen Dieselpreise kurz vor der Pleite steht. Sie alle würden von dem Tankrabatt profitieren. Und zwar HEUTE - und nicht erst in ein paar Monaten, wenn sich die Koalition auf die perfekte, gerechte Lösung verständigt hat. Man weiß ja wie lange so was dauert.

Langfristig gibt es vielleicht bessere Lösungen. Aber darum geht es ja nicht. Es geht um schnelle Hilfe für alle, die JETZT unter den hohen Spritpreisen leiden. Ich finde: Ein Tankrabatt ist dafür die beste Lösung!

Contra von Jörg Marksteiner

Jörg Marksteiner

Jörg Marksteiner

Der Tankzuschuss wäre vor allem eins: ungerecht! Klar, klingt das erst einmal verlockend und auch unbürokratisch, wenn beim Bezahlen an der Tankstelle direkt etwas abgezogen wird.

Das Problem ist nur: Entlastet werden nicht nur alle, die zwingend aufs Auto angewiesen sind: Außendienstler, Handwerker, Pendler, Speditionen oder Menschen auf dem Land. Nein, von diesen Milliarden-Subventionen würden auch und sogar besonders diejenigen profitieren, die diesen Zuschuss eigentlich gar nicht bräuchten: Haushalte mit ausreichend Einkommen -  oft mit mehreren Autos -  für die ein hoher Spritpreis bestenfalls ärgerlich ist, aber sicher kein existenzielles Problem. Ebenso wie notorische Kurzstreckenfahrer und Liebhaber von Spritschleudern: auch bei ihnen würde jeder getankte Liter bezuschusst.

Das ist sozial ungerecht, teuer sowieso und auch ökologisch fragwürdig. Denn wird der Benzinpreis staatlich gedeckelt, sinkt die Motivation zum Spritsparen, zum Langsamfahren, zum Auto-mal-stehenlassen oder Umsteigen auf sparsame Modelle.

Viel sinnvoller wäre es, nicht den Sprit zu subventionieren, sondern Betroffene mit einer direkten Zahlung zu unterstützen! Damit würde sparsames Verhalten belohnt und teure Mitnahme-Effekte vermieden!

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