Trauer um Prinz Philip - enge Verbundenheit mit dem Münsterland

Trauer um Prinz Philip - enge Verbundenheit mit dem Münsterland

Die Nachricht vom Tod des britischen Prinzen Philip sorgt weit über das Vereinigte Königreich hinaus für betroffene Reaktionen. Die Wellen schlagen bis ins Münsterland.

In Münster wird man heute wohl mal wieder das Goldene Buch der Stadt aufschlagen. Darin findet sich nämlich auch die Handschrift des britischen Monarchen. Gleich zweimal hat sich Prinz Philip als Gast der Stadt in das Buch eingetragen.

Durch seine Ausbildung bei der Royal Navy fühlte sich der Ehemann der Queen zeitlebens mit dem Militär verbunden - was ihn schließlich auch mit der Region Münsterland verband. Jahrzehntelang waren dort Truppen der britischen Armee stationiert, denen Philip den einen oder anderen Besuch abstattete.

Im Mai 1972 kam er als Zuschauer zur ersten Pferde-Viererzug-Weltmeisterschaft nach Münster, im Mai 1985 nahm er an einer Militärparade zum 300. Geburtstag der Königlichen Kavallerieeinheit, den "Irish Hussars", teil. Danach empfing ihn der damalige Oberbürgermeister im Friedenssaal.

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Der Ehemann der Queen, der zeitweilig die Eliteschule Salem in Süddeutschland besucht hatte, sprach zudem gut Deutsch. Er war 1939 in die Royal Navy und damit ins britische Militär eingetreten. Seine Frau hatte er an der königlichen Marineschule kennengelernt, und eigentlich stand ihm als Offizier bei der Royal Navy eine Karriere in Aussicht. Durch die Heirat 1947 mit Elisabeth - damals noch Prinzessin - fanden diese Pläne zwar ein jähes Ende. Den Kontakt zum Militär hatte Philip aber nie verloren.

Frenetischer Jubel bei Ankunft in Bonn

Als Elisabeth II. und Prinz Philip am 18. Mai 1965 erstmals gemeinsam nach Deutschland kamen, wurde das royale Paar am Flughafen Köln/Bonn mit 21 Salutschüssen durch das Wachbataillon der Bundeswehr begrüßt. Die elftägige Deutschlandreise geriet zum Medienspektakel: Das Fernsehen berichtete 50 Stunden live und im Radio gab es jeden Tag Sondersendungen.

Am zweiten Tag ihres Staatsbesuches legt die Queen am Ehrenmal in Bonn für die Opfer des Zweiten Weltkriegs einen Kranz nieder. Die Reise führte sie auch nach Köln und Düsseldorf. Überall wurde das Paar mit frenetischem Jubel begrüßt. Im Bundespresseamt, so hieß es, hatte man Sorge, dass dabei "Heil-" Rufe zu hören sein würden.

Laschet würdigt den Prinzen

Die 75-jährige Geschichte NRWs baue auf der Gründung durch Großbritannien aus, erinnerte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag und würdigte den Verstorbenen: "Wir trauern daher in besonderer Weise mit dem britischen Königshaus, den über 20.000 Britinnen und Briten in Nordrhein-Westfalen und Großbritannien um Seine Königliche Hoheit Prinz Philip."

Laschet erinnerte sich an einen Staatsbesuchs der Queen mit ihrem Mann in NRW im November 2004. Man habe Gespräche im Landtag geführt - und auch hier trug sich Prinz Philip ins Gästebuch des Landes ein.

Der Prinz sei "ein Vorreiter und leidenschaftlicher Kämpfer für den Natur- und Klimaschutz" gewesen – sogar in NRW: Er habe sich "mit Nachdruck" für den Erhalt des Naturparks Rheinaue in Bonn eingesetzt. Bei Naturschützern war Prinz Philip allerdings wegen seiner Leidenschaft für die Großwildjagd umstritten.

Der Lebensweg von Prinz Philip – auf Korfu geboren, in Deutschland ausgebildet, in Großbritannien und auf der ganzen Welt gewirkt – stehe "sinnbildlich für die Europäische Verwurzelung des Vereinigten Königreichs", so Laschet.

Zurückgezogen nach Herz-OP

Prinz Philip und Königin Elisabeth II. von England gemeinsam in einem Auto

Zuletzt ganz zurückgezogen: Das royale Paar

Zuletzt hatten sich Queen Elisabeth und ihr vier Jahre älterer Ehemann zum Schutz vor Covid-19 in Schloss Windsor eingeigelt. Im Februar musste Prinz Philip wegen eines Herzleidens ins Krankenhaus, von wo er erst vor drei Wochen entlassen worden war. Am Freitag starb er mit 99 Jahren auf Windsor Castle. Im Juni hätte Prinz Philip seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Das Begräbnis findet am 17. April statt. Es werde eine private Trauerfeier im Kreis der Familie in Schloss Windsor sein, teilte der Buckingham-Palast am Samstag mit. Erwartet wird auch Prinz Harry, der aus Kalifornien anreist. Wegen der Corona-Auflagen sind bei Begräbnissen in England derzeit nur 30 Gäste erlaubt.

Stand: 10.04.2021, 18:25

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