Der Kölner Dom im Sonnenuntergang. Im Vordergrund ist die Kreuzblume zu sehen.

Priester-Schulden beglichen - Erzbistum Köln verteidigt sich erneut

Stand: 19.04.2022, 19:18 Uhr

Das Erzbistum Köln zahlte 1,15 Millionen Euro für einen überschuldeten Priester - und hat dafür massive Kritik einstecken müssen. Jetzt hat das Bistum sein Vorgehen erneut verteidigt.

Es habe sich hier um eine akute und völlig außergewöhnliche persönliche Notlage gehandelt, heißt es in einer Stellungnahme des Bistums vom Dienstag, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes könne man nicht ins Detail gehen, aber Erkenntnisse, dass es sich bei den Schulden des Priesters um Spielschulden gehandelt habe, lägen nicht vor.

Erzbistum: Keine Kirchensteuer-Gelder verschwendet

In der vergangenen Woche war durch eine Recherche des "Kölner Stadt-Anzeiger" bekannt geworden, dass der Priester knapp 500.000 Euro Schulden gehabt habe. Dies hatte ein Sprecher des Erzbistums bestätigt. Die nachträgliche Versteuerung der Schuldentilgung habe das Erzbistum samt Zinsen noch einmal knapp 650.000 Euro gekostet.

In der Stellungnahme vom Dienstag betonte das Erzbistum, dass zur Tilgung der Schulden keine Kirchensteuergelder verwendet worden seien. Vielmehr seien Mittel aus einem Sondervermögen genutzt worden. "Hierbei ist wichtig, festzuhalten, dass kein Cent verwendet wurde, der für die Zahlung von Leistungen an Betroffene von sexualisierter Gewalt vorgesehen war und ist", hob das Erzbistum hervor. "Die dafür gebildeten Rückstellungen existieren weiterhin in voller Höhe."

Steuerschuld aus dem laufenden Etat des Erzbistums beglichen

Eine rechtliche Prüfung habe ergeben, dass eine Genehmigung dieses Vorgehens durch die Aufsichts- und Kontrollgremien des Erzbistums nicht erforderlich gewesen sei. Die Steuerschuld, die sich aus der Schuldentilgung ergeben habe, sei 2020 aus dem laufenden Etat des Erzbistums beglichen worden. Dadurch sei kein Budget im Wirtschaftsplan überschritten worden. "Das Erzbistum Köln hält daran fest, dass es sich im beschriebenen Fall um einen unvergleichbaren Einzelfall handelt, der sich heute so nicht wiederholen würde."

Der Fall war massiv kritisiert worden, weil Opfer von sexuellem Missbrauch durch katholische Priester in der Vergangenheit oft mit nur wenigen Tausend Euro zufriedengestellt werden sollten.