Tickets für Bus und Bahn in NRW besonders teuer

Rheinbahn in Düsseldorf

Tickets für Bus und Bahn in NRW besonders teuer

  • Bus- und Bahnfahrer zahlen in NRW oft mehr
  • Preisunterschied bis zu 78 Prozent im Ländervergleich
  • ADAC hat Tickets für öffentliche Verkehrsmittel verglichen

Während das Bus- und Bahnfahren in Monheim am Rhein für die Einwohner wohl bald kostenlos wird, müssen viele andere Menschen in NRW für den Nahverkehr übermäßig viel Geld ausgeben. Laut einem aktuellen Preisvergleich sind die Fahrkarten für Busse und Bahnen deutlich teurer als in anderen Bundesländern.

Bis zu 78 Prozent muss mehr gezahlt werden als andernorts. Das geht aus einem am Mittwoch (19.06.2019) vom ADAC veröffentlichten Preisvergleich unter 21 deutschen Großstädten hervor.

Köln und Bonn deutlich teurer als Stuttgart

Ein Aufkleber mit der Aufschrift "Tickets" ist an einem Bus angebracht

Die Ticketpreise für Busse und Bahnen schwanken stark

So kostet eine Tageskarte für Erwachsene in Köln und in Bonn jeweils 8,80 Euro für den Innenstadtbereich - und damit knapp 70 Prozent mehr als beim günstigsten Anbieter in Stuttgart (5,20 Euro).

Das Kurzstrecken-Ticket ist in den beiden Städten mit zwei Euro rund 43 Prozent teurer als in Stuttgart (1,40 Euro).

Kinder zahlen in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal (1,70 Euro) deutlich mehr als etwa in Leipzig (1,20 Euro). Monatskarten für Erwachsene liegen in Köln und Bonn mit 98,50 Euro mehr als 78 Prozent über dem Preis von München (55,20 Euro).

Westpol nachgehakt - Geld für ÖPNV Westpol 12.05.2019 UT DGS Verfügbar bis 12.05.2020 WDR

Fahrrad kostet in NRW extra - woanders nicht

Große Unterschiede gibt es auch beim Thema Rad in der Bahn: In Hamburg und Frankfurt am Main kostet es nichts extra. In Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal benötigen Radler ein Ticket für 3,60 Euro. Insgesamt sind NRW-Städte in vier der sieben relevantesten Ticketarten negativer Spitzenreiter.

Als Grund für die Preisunterschiede werden unterschiedliche Verkehrsangebote und Qualitäten, Investitionen und eine teilweise marode Infrastruktur genannt.

Grundlage des Vergleichs waren den Angaben zufolge die auf den Internetseiten der Verkehrsunternehmen angezeigten Preise zwischen Januar und Mai.

Stand: 19.06.2019, 08:39

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 Thorsten Fröhlich 20.06.2019, 10:35 Uhr

    Nicht nur teuer, sondern auch absurd. So kann einen Fahrt in eine Richtung in der einen Preisstufe, zurück aber in einer anderen Preisstufe liegen. Möchte man z.B. aus dem Duisburger Süden nach Essen HbF fahren, so dauert dies gut 55 Minuten (über die volle A52 kann es durchaus länger dauern) und zahlt für die Preisstufe B. Der Weg in die andere Richtung, über exakt die selbe Strecke liegt aber in der Preisstufe C. Der Unterschied? Das Einzelticket der Preisstufe B kostet 6 Euro, jenes der Preisstufe C 12,80 Euro - absurd! Zum Nachschauen "Duisburg, Krefelder Str." bis "Essen, Hauptbahnhof" auf vrr.de ; auf der Karte kann man es sogar sehen ... mit solchen transparenten Tarifen kann man doch keine Kunden gewinnen! Noch unverschämter auf vrr.de: "Alle Angaben ohne Gewähr." - Stimmt die Auskunft auf der Verbundwebseite also nicht, ist der Kunde als der Schwarzfahrer der Dumme.

  • 17 Juergen Seeler 20.06.2019, 10:19 Uhr

    ÖPNV Nutzer, die auf dem Weg zur Arbeit vom AVV Tarif in den VRR Tarif wechseln, müssen eine Zusatzkarte lösen. Dies regelt der Kragentarif und kostet bei einer Monatskarte ca. 90 € mehr.

  • 16 Ronsdorfer 20.06.2019, 08:37 Uhr

    Von zuhause zur Arbeit sind es bei mir 7 km. Dafür benötigt der Linienbus sage und schreibe 40 Minuten, weil die Fahrtstrecke unnötig lang ist. Das ganze dann in einem unpünktlichen, unbequemen, überhitzten und oft auch schmuddeligen Gefährt für ca. 70.-€ im Monat (und abends und am Wochenende selten bis gar nicht). Dafür kann ich dann auch mit dem Auto fahren, da sitze ich bequem, habe eine Klimaanlage und meine Ruhe. Der Busverkehr ist so, wie er hier in Wuppertal ist, eben keine Alternative um das Auto aufzugeben. Will man in die Nachbarstädte, wird es richtig abenteuerlich.

  • 15 Landei 19.06.2019, 23:30 Uhr

    Aus Münster sind wir 30 km weit auf's Land gezogen: Kosten für eine Strecke mit der Bahn: 7,60 €; mit dem Auto unter 3 €. Um hier zum Bahnhof zu kommen, muss ich mit dem Auto fahren, denn im Ort fährt kaum mal ein Bus. Dazu sind die Haltestellen weit voneinander entfernt. Mit dem Auto können mehrere Menschen mitfahren: Was kostet also ein Ausflug für fünf Personen? Das Bahn-Tagesticket kostet 26,30 €, Auto bleibt bei 3€. Solange Städter, die nicht über ihren Tellerrand schauen können, zu entscheiden haben, bleibt das wohl so ...

  • 14 HenGe 19.06.2019, 23:28 Uhr

    Vielleicht tragen auch die exorbitanten Gehälter der Geschäftführer von den Verkehrsbetrieben dazu bei, die oft deutlich über dem der Kanzlerin liegen.

  • 13 Georg Wiertz 19.06.2019, 22:23 Uhr

    Angenommen, ich zahle für ein Nahverkehrsticket 10 Euro - wieviel davon bezahle ich eigentlich für das Bezahlen des Fahrpreises? Denn mit meinem Fahrpreis bezahle ich ja AUCH die hochkomplizierten Fahrkartenautomaten, ihre Wartung, ich bezahle die teuren Kommissionen, die sich die komplizierten Tarifsysteme ausdenken, ich bezahle die Kontrolleure. Liege ich richtig, wenn ich vermute, dass 20 Prozent des Fahrpreises für das Bezahlen draufgehen? - Wäre es nicht viel einfacher, auf diesen ganzen Aufwand - Fahrkartenautomaten, Tarifsysteme usw. - zu verzichten und Mobilität im Nahverkehr als eine Leistung anzusehen, auf die jeder Anspruch hat und für deren Zurverfügungstellung der Staat zuständig ist? Kostenloser Nahverkehr für Alle! Oder die Bezahlvariante: Die Nahverkehrskarte für alle zu 100 Euro pro Monat: alle Busse und Bahnen im Nahverkehr deutschlandweit. Bei nachgewiesenem Verzicht aufs eigene Auto: für 70 Euro. Das wäre vernünftige umweltgerechte Verkehrspolitik.

  • 12 Wilma 19.06.2019, 21:35 Uhr

    Der öffentliche Personenverkehr ist im Vergleich zu Österreich oder der Schweiz in ganz Deutschland eine Katastrophe: schlecht und dabei auch noch teuer... Aber wen wundert das noch: die Bundesverkehrsminister müssen sich schon seit Jahren um die Autobahnmaut kümmern und haben dann keine Zeit mehr für so nebensächliche Dinge wie den öffentlichen Personenverkehr. Ein guter und preiswerter öffentlicher Personenverkehr in Deutschland würde ohnehin nur unserer ach so wichtigen Autoindustrie schaden - und das will ja nun niemand. In NRW ist der teure Ausbau von Autobahnen (z. B. A 43) natürlich auch nach wie vor viel wichtiger als ein sinnvoller Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs. NRW ist schließlich ein modernes Land und muss zukunftsfähig bleiben... Und wenn die Bahn nun endlich wirklich privatisiert würde - na dann würde ganz schnell ohnehin alles viel, viel besser...

  • 11 Anonym 19.06.2019, 19:23 Uhr

    Da die genannten Städte im Ruhrgebiet zum Verkehrsverbund VRR gehören, haben sie logischerweise alle identische Preise. Unabhängig davon, dass sie im Vergleich zu hoch sind, wäre eine Bewertung zwischen den Verbunden korrekt.

  • 10 Agata (38) aus Duisburg 19.06.2019, 19:21 Uhr

    Ich bin wirklich sauer und enttäuscht. Ich pendle nun seit 19 Jahren in NRW und es gibt nur Verschlechterungen. Die Öffentlichen sind zu oft unpünktlich, manche fallen komplett aus, es wird kaum auf Sauberkeit geachtet, die Verbindung ist schlecht, die Busse fahren zu selten, es gibt keine Klima in den Bussen (und Bahnen) bei den mittlerweile sehr hohen Temperaturen, z. B. werden im Bus an die 50°C erreicht, wobei man fast in Ohnmacht fällt und sich auf der Fahrstrecke im Prinzip nur quält, etc. pp. Vergleichsweie sind die Preise viel zu teuer - eigentlich sollte man bei so vielen Mängeln kostenlos fahren dürfen. Dass jetzt auch noch der Fakt dazu kommt, dass die Öffentlichen in NRW teurer sind, als in anderen Bundesländern, enttäuscht mich zutiefst. Das ist die reinste Diskriminierung der Fahrgäste/Pendler auf Bundesebene - im eigenen Land. :-( Kein Wunder, dass viele Menschen ein Auto bevorzugen und auf das Klima "pfeifen".

  • 9 Benno Witter 19.06.2019, 19:01 Uhr

    Wir hatten in NRW ja regelmäßig Grüne in der Regierung. Komischerweise wurden dann regelmäßig die ÖPNV Subventionen gekürzt und die Preise stiegen und stiegen.

  • 8 Klaus Keller 19.06.2019, 18:27 Uhr

    Was haben Luxemburg und die Stadt Monheim gemeinsam? Der öffentliche Nahverkehr ist jeweils kostenlos und beide betreiben Steuerdumping; in Luxemburg über Briefkästen und in Monheim über Gewerbesteuer. Kostenloser oder zumindest günstiger Nahverkehr als Verbesserung der Infrastruktur wäre in diesem Fall eine Verbindung von echten Umweltschutz und echter Verbesserung der Lebensqualität; es ist nicht spaßig einen erheblichen Teil seiner Lebenszeit im Stau zu stehen. CO2-Steuer noch auf Mineralölsteuer „draufgepackt“ und beides mit Mehrwertsteuer nochmal versteuert wäre ein Grund die gelben Westen anzuziehen.

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