Prank-Videos: Böse Scherze, teure Folgen

Pranks auf YouTube - Wenn der Spaß zu weit geht WDR aktuell 18.12.2018 02:13 Min. Verfügbar bis 18.12.2019 WDR Von Anke Kutz

Prank-Videos: Böse Scherze, teure Folgen

Mit "Prank-Videos" wollen es Youtuber zu zweifelhafter Bekanntheit im Netz bringen. Die Polizei kann darüber gar nicht lachen und wünscht sich empfindlichere Strafen.

Böller sorgten am Samstag (15.12.2018) in einem Dortmunder Einkaufszentrum für Panik. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Am Ende gab es 30 leicht verletze Personen. Der Hintergrund: Ein 17-Jähriger wollte ein Scherzvideo für Youtube drehen - mit fatalen Folgen.

"Mit Scherzen hat das nichts zu tun"

"Prank" nennen sich diese Art von gefilmten Streichen. Doch witzig sind die Youtube-Streifen nicht. "Für uns ist das ein Ernstfall. Wir gehen in einer solchen Situation möglicherweise von einem Anschlag aus. Mit Scherzen hat das nichts zu tun", sagt Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft.

Strafanzeigen wegen Körperverletzung

Doch die Filmer können nur zur Rechenschaft gezogen werden, wenn Straftatbestände erfüllt sind, zum Beispiel durch das Vortäuschen einer Straftat. "Der Nachweis ist aber eher schwierig. Man müsste auch die Voraussetzungen schaffen, solche Leute empfindlich zur Kassen bitten zu können", sagte Rettinghaus. Er wünscht sich wenigsten, die Einsatzkosten wieder zu bekommen. Doch auch das sei schwierig.

Gegen die fünf Jugendlichen in Dortmund wurden Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt.

25.000 Euro Geldbuße

Eine Inszenierung für ein "Prankvideo" kann aber auch anders ausgehen: In Hamburg muss ein Youtuber jetzt 25.000 Euro Strafe zahlen. Er hatte sich als Polizist ausgegeben. Angeklagt wurde er wegen Amtsanmaßung. Dabei hätten ihm sogar eine Gefängnisstrafe drohen können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Bomben-Fake und blutiger "Kettensägen-Scherz"

Vor fast drei Jahren hatte ein 21-Jähriger Videos mit vorgetäuschtem Terror ins Netz gestellt, die - wie mehrere Medien berichteten - in Wanne-Eickel gedreht wurden. Auf dem Film sei ein als Araber Verkleideter zu sehen, der Menschen einen Rucksack vor die Füße wirft und wegrennt. Eine Zeitung berichtete damals, der Staatsschutz ermittle.

In Wickede filmten Jugendliche 2016, wie sie einen Freund im Schlaf mit einer angeworfenen Kettensäge weckten. Der junge Mann schlug in Panik danach und verletzte sich schwer.

Kein Trend in NRW ersichtlich

Eine Zunahme oder gar einen Trend kann die Polizei bei den Videos aber nicht erkennen. "Wir hatten schon "Happy Slapping" und die Horrorclowns, das ging auch wieder vorbei - spätestens als der erste Clown verhauen wurde", so Polizeigewerkschafter Erich Rettinghaus. "Ich würde mir einfach wünschen, dass da früher die Einsicht bei den Leuten kommt. Wir haben genug zu tun und werden woanders gebraucht."

Stand: 18.12.2018, 14:12

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